Start-ups in Deutschland Jeder dritte Gründer wäre lieber in den USA

Ach, wie schön ist Amerika: Viele Start-ups sind mit dem Standort Deutschland nicht zufrieden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Probleme macht besonders oft die Finanzierung.

San Francisco
REUTERS

San Francisco


Wenn Sie die Wahl hätten, ihr Start-up noch einmal zu gründen, in welches Land würden Sie gehen? Weniger als jeder Zweite (44 Prozent) der befragten Unternehmer würde noch einmal in Deutschland loslegen. Jeder Dritte (32 Prozent) würde lieber in den USA durchstarten, wie aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervorgeht.

"Das ist alarmierend", sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks in Berlin. Er führt das in erster Linie auf die schwierige Finanzierung zurück - vor allem für Unternehmen, die ihr Wachstum mit frischem Geld in Millionenhöhe anschieben wollen. "Da wird es immer schwieriger", sagte Dirks.

55 Prozent nannten daher auch die Finanzierung als großes Hemmnis, obgleich 47 Prozent der Start-ups angaben, dass sich ihre Situation in den vergangenen zwei Jahren verbessert habe.

Diese Ergebnisse sind eine Zwischenauswertung der Umfrage, bei der im Mai und Juni 136 Teilnehmern online befragt wurden.

Um die Situation für Start-ups in Deutschland zu verbessern, will der Verband Weltkonzerne mit mittelständischen Firmen und Start-ups zusammenbringen. Chancen sieht Bitkom vor allem im Bereich der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion. "Wir müssen dort ansetzen, wo Deutschland heute schon die Nase vorn hat", sagte Bitkom-Präsident Dirks und nannte als Beispiele die Bereiche Auto, Logistik, Versicherer und Banken.

lgr/Reuters



insgesamt 51 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gutes_essen 05.07.2016
1. Welche Start Ups?
Start-Ups wie Uber, Foodora usw. sind nicht wirtschaftlich rentabel für unser System. Wir sollten froh sein über die vielen "Sicherheitsvorkehrung" für Arbeitnehmer und dem (kostenspieligen) Arbeitsschutz, anstatt sie abschaffen zu wollen um so zu ende wie es in den USA passieren kann.
docmillerlulu 05.07.2016
2. Bekommt ein Start Up in den USA echt mehr Geld?
Das ist ja alles schön und gut, nur wie sieht es aus wenn irgend wann einmal Frau und Kinder da sind? Dann dreht sich das alles ganz schnell wieder. Da kommen Kosten für Krankenkasse, Schule und die diversen Versicherungen dürften dort auch nicht ganz billig sein. Ich kann mich irren, aber viele kommen zurück wenn Frau und Kinder versorgt werden müssen. Eine simple Blinddarm OP dürfte die Finanzierungsvorteile des US basierten Standorts ganz schnell relativieren.
thlogical 05.07.2016
3. Finanzierung
zeigen sie mir eine bank in Deutschlan die ein unternehmensgründer ausreichend finanziert. Für deutsche Banken ist der unternehmensgründer eine tödliche krankheit die es gild fern zu halten. ihm kann man nur geld geben mit riesen aufschlägen die das risiko deckeln. War nicht gerade die niedrigen Zinsen dafür da das Geld in die Wirtschaft fließt ... hm zur Zeit sanieren sich nur die Banken damit und der Staat macht fein mit. Ich bin erfolgreicher Selbständiger mit 6 steligen Jahreseinkommen ... ein haus kann nich nciht finanzieren ... zu hohes Risiko und dann noch eine Firma im Ausland ... das geht für eine Deutsche bank gar nicht. Deutschland ist ein Entwicklungsland. Wir könnten viel mehr leisten wenn die banken weniger Macht hätten und ihrer Funktion als Geldgeber nachkommen würden. Das Risiko für alle minimiert sich dadurch auch massiv weil viele dann das Risiko tragen. Einer scheitert von 20 und alle haben gewonnen aber wegen dem einen 19 scheitern zu lassen ist absurt. Schuld ist die Politik ... Deutschland verspielt seine Zukunft ... traurig ...
ersatzaccount 05.07.2016
4.
Zitat von gutes_essenStart-Ups wie Uber, Foodora usw. sind nicht wirtschaftlich rentabel für unser System. Wir sollten froh sein über die vielen "Sicherheitsvorkehrung" für Arbeitnehmer und dem (kostenspieligen) Arbeitsschutz, anstatt sie abschaffen zu wollen um so zu ende wie es in den USA passieren kann.
Besser kann man das Problem an der deutschen Mentalität gar nicht zusammenfassen.
berlinerjung1 05.07.2016
5. Wenn's nicht gefällt...
Einfach mal rübergehen. Schaut euch die Statistik an. Wie viele deutsche Unternehmer kommen wieder zurück? Beschwert euch nicht und zieht lang. Kommt nicht wieder wenn ihr den Sozialstaat wieder gebrauchen könnt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.