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18. Oktober 2016, 14:26 Uhr

Start-up-Gründer in Deutschland

Männlich, 27, zufrieden

Es kann sehr viel daraus werden - oder nichts: Wer gründet in Deutschland ein Start-up? Und haben wirklich alle einen Kickertisch? Eine Umfrage gibt Antworten.

Wer sich in Deutschland mit einem Start-up selbstständig macht, tut dies weiterhin meist in Berlin. Eine neue, für Gründer offenbar hippe Region ist allerdings hinzugekommen: Oldenburg/Hannover.

Das zeigt der Deutsche Startup Monitor (DSM), der am Dienstag veröffentlicht worden ist. Die Ergebnisse zeigen, dass das durchschnittliche Alter bei der ersten Gründung bei 27,3 Jahren liegt, wobei Männer mit 26,8 Jahren deutlich früher gründen als Frauen mit 31 Jahren. Die jüngsten Gründer kommen aus der Region Rhein-Ruhr, die ältesten aus dem Raum Hannover/Oldenburg.

Derzeit sind mehr Frauen als je zuvor unter den Gründern. Allerdings ist ihr Anteil mit 13,9 Prozent noch immer sehr gering. Am meisten weibliche Gründerinnen gibt es in Hamburg mit 23,3 Prozent, am wenigsten in München mit 8,1 Prozent. Nur unter den ausländischen Chefs gibt es mehr Frauen als Männer, wobei diese Gruppe nicht sehr groß ist: 92 Prozent der Gründer stammen aus Deutschland.

Die Belegschaft deutscher Start-ups wird hingegen internationaler: 30 Prozent der Mitarbeiter besitzen derzeit keine deutsche Staatsbürgerschaft - im vergangenen Jahr waren es noch 22 Prozent.

Und das sind die Antworten, wenn man die Klischees abfragt: In fast allen (94,6 Prozent) Start-ups dürfen Sweater oder Kapuzenpullis bei der Arbeit getragen werden. Knapp ein Viertel hat einen Kickertisch im Büro stehen und in 16,6 Prozent gehört Club Mate als Getränk und Koffeinlieferant dazu.

Ob es an dem lockeren Umfeld oder der jungen Unternehmenskultur liegt: Insgesamt sind die Start-up-Gründer laut Studie zufriedener mit ihrem Leben als Angestellte.

Vier von fünf halten es für eher oder sogar sehr wahrscheinlich, dass sie dauerhaft im Start-up verbleiben werden. Ihr Start-up zu verkaufen, kann sich mehr als die Hälfte vorstellen, einen Börsengang halten jedoch nur rund 15 Prozent für wahrscheinlich.

Viele Gründer ärgern sich über staatliche Institutionen in Deutschland: Deren Interesse an Gründungsförderung beurteilt demnach knapp die Hälfte als negativ. Und sogar nur 5,5 Prozent der Gründer schreiben der Politik ein gutes oder sehr gutes Start-up-Verständnis zu.

Für den vierten Deutsche Startup Monitor (DSM) wurden Start-ups online befragt, die jünger sind als zehn Jahre sind und als innovative Wachstumsunternehmen gelten. Die nicht repräsentative Studie wurde vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship der Universität Duisburg-Essen erstellt. Förderer und Herausgeber ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

lgr

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