Start-up-Gründer in Deutschland Männlich, 27, zufrieden

Es kann sehr viel daraus werden - oder nichts: Wer gründet in Deutschland ein Start-up? Und haben wirklich alle einen Kickertisch? Eine Umfrage gibt Antworten.

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Wer sich in Deutschland mit einem Start-up selbstständig macht, tut dies weiterhin meist in Berlin. Eine neue, für Gründer offenbar hippe Region ist allerdings hinzugekommen: Oldenburg/Hannover.

Wo in Deutschland am meisten gegründet wird
DSM

Wo in Deutschland am meisten gegründet wird

Das zeigt der Deutsche Startup Monitor (DSM), der am Dienstag veröffentlicht worden ist. Die Ergebnisse zeigen, dass das durchschnittliche Alter bei der ersten Gründung bei 27,3 Jahren liegt, wobei Männer mit 26,8 Jahren deutlich früher gründen als Frauen mit 31 Jahren. Die jüngsten Gründer kommen aus der Region Rhein-Ruhr, die ältesten aus dem Raum Hannover/Oldenburg.

Derzeit sind mehr Frauen als je zuvor unter den Gründern. Allerdings ist ihr Anteil mit 13,9 Prozent noch immer sehr gering. Am meisten weibliche Gründerinnen gibt es in Hamburg mit 23,3 Prozent, am wenigsten in München mit 8,1 Prozent. Nur unter den ausländischen Chefs gibt es mehr Frauen als Männer, wobei diese Gruppe nicht sehr groß ist: 92 Prozent der Gründer stammen aus Deutschland.

So viel Umsatz machen deutsche Start-ups
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So viel Umsatz machen deutsche Start-ups

Die Belegschaft deutscher Start-ups wird hingegen internationaler: 30 Prozent der Mitarbeiter besitzen derzeit keine deutsche Staatsbürgerschaft - im vergangenen Jahr waren es noch 22 Prozent.

Und das sind die Antworten, wenn man die Klischees abfragt: In fast allen (94,6 Prozent) Start-ups dürfen Sweater oder Kapuzenpullis bei der Arbeit getragen werden. Knapp ein Viertel hat einen Kickertisch im Büro stehen und in 16,6 Prozent gehört Club Mate als Getränk und Koffeinlieferant dazu.

Ob es an dem lockeren Umfeld oder der jungen Unternehmenskultur liegt: Insgesamt sind die Start-up-Gründer laut Studie zufriedener mit ihrem Leben als Angestellte.

Vier von fünf halten es für eher oder sogar sehr wahrscheinlich, dass sie dauerhaft im Start-up verbleiben werden. Ihr Start-up zu verkaufen, kann sich mehr als die Hälfte vorstellen, einen Börsengang halten jedoch nur rund 15 Prozent für wahrscheinlich.

Viele Gründer ärgern sich über staatliche Institutionen in Deutschland: Deren Interesse an Gründungsförderung beurteilt demnach knapp die Hälfte als negativ. Und sogar nur 5,5 Prozent der Gründer schreiben der Politik ein gutes oder sehr gutes Start-up-Verständnis zu.

Gründerquoten in Deutschland (2000-2015)
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Gründerquoten in Deutschland (2000-2015)

Für den vierten Deutsche Startup Monitor (DSM) wurden Start-ups online befragt, die jünger sind als zehn Jahre sind und als innovative Wachstumsunternehmen gelten. Die nicht repräsentative Studie wurde vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship der Universität Duisburg-Essen erstellt. Förderer und Herausgeber ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

lgr



insgesamt 14 Beiträge
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nici_d 18.10.2016
1. Nicht ganz!
Zitat: "Wer sich in Deutschland mit einem Start-up selbstständig macht, tut dies weiterhin meist in Berlin". Falsch! Es müsste heißen: 83 Prozent der Start-ups werden nicht in Berlin gegründet, bzw. haben ihren Hauptsitz nicht in Berlin, wenn man der Grafik glauben schenken darf.
David K. 18.10.2016
2. Dann freut Euch auf die Zwangsverrentung
Fast alle Parteien planen derzeit, Unternehmensgründer und Selbstständige in die staatliche Rente zu zwingen. Selbst wenn Ausnahmeregeln für Gründer und Neugründungen geschaffen werden, ist dies doch ein Beispiel aus der Praxis, wie Gründer unfreundlich Deutschland ist.
el_grande_reader 18.10.2016
3. Halten wir mal fest:
Junge Gründer sind in Deutschland glücklicher als Angestellte, also zufrieden mit der Arbeitsatmosphäre, nicht aber grundsätzlich zufrieden, wie der Titel des Artikels suggeriert. Vielmehr kann sich ein Viertel oder so vorstellen, hinzuschmeißen (= verkaufen) - sofern ihr Laden genug abwirft, vermute ich mal - und der Rest eher nicht - da sie bereits wissen, dass ihr Laden nicht genug abwerfen wird. Das mit der Börse klingt schon besser, ist aber vielleicht nur Wunschdenken...? Wie auch immer, unzufrieden sind alle mit den Möglichkeiten und Chancen, in Deutschland als Unternehmer durchzustarten (da Konkurrenz von den großen unerwünscht). Soviel zu den Aussagen zwischen den Zeilen zum Erfolgsmodell Neugründung in der BRD.
sinasina 18.10.2016
4. Industrie 4.0 verpennen
Ich verweise auf meinen Beitrag http://t1p.de/fkn1 und füge als Antwort an Izmir..Übül (#43, http://t1p.de/sk0j) hinzu: Glauben Sie im Ernst, bei diesem für die junge Generation so überaus wichtigen Thema »Industrie 4.0« reicht 1 Titelstory? * Zumal die Auflage des Papier-Spiegels laut verschiedener Quellen (also nicht nur Wiki) in den letzten Jahren um ca. 27% bis über 30% gesunken ist. Herr Brinkbäumer und Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass stellten eine »Agenda 2018« vor. Kernpunkt: Einspaarungen (ca.15 Millionen) Stellenstreichungen, wahrscheinlich samt betriebsbedingten Kündigungen. Die großen Projekte von Vorgänger Wolfgang Büchner wurden zurückgestellt: Print- und Online-Redaktion werden erst einmal nicht verschmolzen. Herr Brinkbäumer wollte (oder will hoffentlich noch) die vor allem in den vergangenen Jahren zunehmende Entfremdung zwischen Redaktion und Leserschaft überwinden. Gerade zu letzterem gäbe es von den Spiegel-Lesern ein Menge zu sagen, aber was dann passiert, wissen viele von uns nur zu gut. * Ich hatte so große Hoffnung, dass sich Herr Lobo gezielt mit dem so wichtigen Thema »Industrie 4.0« auseinandersetzt. Aber Herr Lobo gibt neuerdings den »Ich-will-auch-was-zu-den-aktuellen-Themen-sagen« - was zwischendurch ja auch gut gelingt - aber aus dieser Kategorie gibt es doch nun weidlich genug. * Viel wichtiger wären Journalisten mit fundierten Computer - und Programmierkenntnissen, die sich viel im Silicon Valley aufhalten, täglich über entsprechende Start-ups berichten, an allen großen Veranstaltungen bezüglich digitaler Themen teilnehmen - vor allem auch an entsprechenden Sitzungen von Europarat und Bundesregierung. Menschenkinder, es kann doch niemand glauben wollen, dass Herr Oettinger alleine diesem wichtigen Thema gewachsen ist. Oder plant SPON dann tägliche Artikel »die bösen, bösen Lobbyisten, die uns unsere Zukunft verbauten«? Und anstelle von »bento« gibt's dann ein Untermagazin »landis«, wo das Pflügen per Hand erklärt wird. * Professor Gerd Bosbach (Mathematiker und Statistiker) hat ausgerechnet, dass in Deutschland schon heute 18 Millionen (!) Arbeitsplätze fehlen - von denen man in der Arbeitslosenstatistik nie etwas hört. * Herr Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa führt aus, dass 59,00% aller Jobs in Deutschland gefährdet sind, wegzufallen. * Investor Joe Schoendorf (er gehört zum Führungskreis des Weltwirtschaftsforums in Davos) »Deutschland stand bisher so gut da, weil es das Industrialisierungs-Zeitalter dominiert hat. Nun beginnt aber Industrie 4.0, das Informationszeitalter - und da liegt Deutschland weit zurück. Wir werden erleben, dass in 10 Jahren 1/3 (!) der weltweit größten Konzerne nicht mehr existieren werden« * Was glauben Sie alle eigentlich - was hier los ist, wenn tatsächlich 59% Arbeitsplätze weg brechen? Und wer´s visuell braucht: ARD-Doku http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Schichtwechsel-Di/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=38369450 http://www.arte.tv/guide/de/055859-000-A/schichtwechsel-die-roboter-ubernehmen?country=DE
lebeauroy 18.10.2016
5. Foristen
Wow, wenn man manche Foristen liest, kommt es einem so vor, als ob sie Selbstgespräche führen würden, so unverständlich sind ihre Sätze... Schreiben und erklären sind keine einfachen Sachen, anscheinend...
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