Statistisches Bundesamt Mehr Frauen in normalen Arbeitsverhältnissen

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt hatten zuletzt mehr Frauen reguläre Jobs und waren seltener atypisch beschäftigt - allerdings immer noch deutlich häufiger als Männer.

Weniger Frauen arbeiteten 2018 unter 20 Wochenstunden
Tom Werner/ Getty Images

Weniger Frauen arbeiteten 2018 unter 20 Wochenstunden


Mehr als 11 Millionen Frauen haben im vergangenen Jahr in einem normalen Arbeitsverhältnis gearbeitet - ein Anstieg um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der atypisch beschäftigten Frauen sank demnach um mehr als drei Prozent auf über fünf Millionen.

Als normal beschäftigt gelten abhängig und unbefristet Beschäftigte, die einen sozialversicherten Arbeitsplatz mit mehr als 20 Wochenstunden haben. Als atypisch beschäftigt werden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse verstanden, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen:

  • Befristung
  • Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Stunden
  • Zeitarbeitsverhältnis
  • geringfügige Beschäftigung.

Bei den Männern war die Veränderung den Angaben zufolge nicht so stark: Die Zahl der normal Beschäftigten stieg um ein Prozent auf ungefähr 15 Millionen, atypisch beschäftigt waren 2018 mehr als zwei Millionen Männer - ein Rückgang von knapp zwei Prozent.

Grund für die wachsende Zahl von Frauen in normalen Arbeitsverhältnissen ist den Statistikern zufolge ein Rückgang der Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 20 Wochenstunden. Außerdem seien immer weniger Frauen geringfügig beschäftigt. Gleichzeitig gibt es den Angaben zufolge eine größere Zahl an Frauen, die Teilzeit aber mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Damit fallen sie aus der Kategorie der atypisch Beschäftigten.

Insgesamt ging 2018 der Anteil atypisch Beschäftigter an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen geringfügig zurück, und zwar von 20,8 auf 20,1 Prozent. Der Anteil normal Beschäftigter stieg entsprechend von 69,3 Prozent auf 70,3 Prozent. Im Jahr 2017 war die Zahl der atypisch Beschäftigten noch leicht gestiegen.

Laut einer im Juni veröffentlichten Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung besteht vor allem bei jüngeren Menschen und Ausländern ein höheres Risiko, in den meist schlecht bezahlten atypischen Jobs zu arbeiten.

Im späteren Leben bekommen sie die Folgen oft zu spüren: Laut dem Sozialverband VdK verzichten viele Frauen zum Beispiel für die Kindererziehung auf Vollzeitstellen und arbeiten stattdessen in Mini- oder Teilzeitjobs. Später erhalten sie nur eine kleine Rente und seien besonders häufig von Altersarmut betroffen.

faq/afp/dpa



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