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24. Januar 2017, 15:49 Uhr

Kreative Stellenanzeigen

Rockstar gesucht (bzw. IT-Manager)

Wenn der Datenanalyst zum "Ninja" wird, die Bedienung zur "Queen of Breakfast" und der Kundenberater zum "Guru", suchen Unternehmen offenbar verzweifelt neue Mitarbeiter. Die skurrilsten Wortschöpfungen.

Wer möchte kein Held sein, keine Fee, kein König? Eben. Mit diesen Jobs könnte der Traum in Erfüllung gehen - und mit viel Fantasie. Die haben auch einige Arbeitgeber, die sich zunehmend ungewöhnliche Stellenbeschreibungen einfallen lassen, um neue Mitarbeiter anzulocken.

Mitarbeiter der Jobsuchmaschine Joblift haben die mehr als acht Millionen Stellenanzeigen untersucht, die in den vergangenen zwölf Monaten auf ihrer Plattform veröffentlicht wurden. Ihr Fazit: "Eine nähere Betrachtung besonders kurioser Begriffe legt die Vermutung nahe, dass Firmen mit innovativ anmutenden Jobtiteln in erster Linie das Ziel verfolgen, gängige Positionen spannender klingen zu lassen." Das sei vor allem in Branchen der Fall, die einen hohen Fachkräftemangel verzeichnen - wie IT und Pflege.

Besonders beliebt - übrigens in verschiedenen Branchen und Jobs - sind demnach zurzeit die Fangwörter "Evangelist" (für Markenbotschafter, Technologieberater oder Software-Entwickler) und der "Hero" beziehungsweise Held/Heldin (für den Kundendienst, Softwareentwickler oder Pflegejobs). Es folgt der "Rockstar", mit dessen Bezeichnung zumeist IT-Manager, Marketingexperten und Softwareentwickler angelockt werden sollen.

Werden Reinigungskräfte, Haushaltshilfen, Büroassistenzen oder Bedienungen gesucht, nutzen Arbeitgeber gern Begriffe wie "Magier", "Zauberer" oder "Feen" - oder auch "Könige", am liebsten unter Zuhilfenahme von schön platten Geschlechterstereotypen: Da wird die "Kaffee-Fee" gesucht der "König der Straße" (Lkw-Fahrer) oder der "Held der Autoreifen" (Reifenmonteur). Immerhin geschlechtsneutral blieb ein Hostel, das mit einer Anzeige für "King / Queen of Breakfast" nach Unterstützung im Frühstücksservice suchte.

Hilft es denn? Die Experten der Jobsuchmaschine bezweifeln das: "Ob die kreative Benennung von Stellenanzeigen tatsächlich bei der Rekrutierung von geeignetem Personal hilft, ist jedoch fragwürdig, da Bewerber vermutlich traditionelle Titel bei ihrer Jobsuche bevorzugen."

Sorry, ihr Kreativhelden!

lgr

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