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25. Januar 2012, 18:46 Uhr

Steuerrecht

Wer darf ein Arbeitszimmer noch absetzen?

Richter und Professoren beißen beim Finanzamt auf Granit, wenn sie ihr Arbeitszimmer zu Hause von der Steuer absetzen wollen. Das hat der Bundesfinanzhof klargestellt. Millionen anderer Arbeitnehmer profitieren aber weiter von einem Steuerbonus fürs Heimbüro - ein Überblick.

Bei Hochschullehrern und Richtern gibt es keine Steuerminderung für das Arbeitszimmer daheim, wenn der Arbeitgeber ihnen Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Denn dann ist das "Heimbüro" nicht der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit.

So hat der Bundesfinanzhof über zwei Klagen entschieden: Professoren müssten für Vorlesungen in die Uni, Richter zur Rechtsprechung ans Gericht. Beide Tätigkeiten könnten nicht im Arbeitszimmer zu Hause verrichtet werden, und beiden Klägern sei ein Arbeitszimmer zur Verfügung gestellt werden. Wie viele Stunden sie zu Hause arbeitete, habe daher keine Bedeutung, teilte das oberste Steuergericht am Mittwoch mitteilte (Aktenzeichen: BFH VI R 71/10 und VI R 13/11).

Die Absetzbarkeit von Arbeitszimmern führt seit Jahren immer wieder zu Gerichtsverfahren. Die beiden Urteile des Bundesfinanzhofs sorgen für mehr Klarheit für diese beiden Berufsgruppen, zumindest die Fachwelt weiß nun Bescheid. Millionen anderer Steuerzahler rätseln weiter: Wer darf denn jetzt noch ein Heimbüro in die Steuer packen - und wann ist beim Fiskus absolut nichts zu holen?

"Nicht verwirren lassen", empfiehlt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Grundsätzlich gebe es weiterhin zwei Arten, das Arbeitszimmer zu Hause steuerlich geltend zu machen:

Durchgangszimmer geht nicht

Für die Größe des Arbeitszimmers gibt es keine starren Vorgaben. Was zu beachten ist: Der Raum muss er mit einer Tür abgetrennt sein. Ein Durchgangszimmer geht nicht. Die Wohnung muss zudem so groß sein, dass noch genügend sonstiger Raum bleibt. Wer bei 48 Quadratmetern Wohnfläche ein 30 Quadratmeter großes Arbeitszimmer absetzen will, dürfte sich eine Abfuhr beim Finanzamt holen.

Auch die Einrichtung kann darüber entscheiden, wie das Zimmer steuerlich behandelt wird. Beruflich Notwendiges wie Schreibtisch, Stuhl, Regale, Bücherschrank sollten dominieren. Eine Sitzecke, Blumen und Bilder sind erlaubt. Heikel wird es, wenn Gästebett, Fernseher oder ein Kühlschrank im Arbeitszimmer stehen.

Absetzbar sind die anteilige Miete und Versicherungen, ebenso Schornsteinfeger- und Müllkosten, Aufwendungen für Lift, Strom, Wasser und Reinigung - alles bis maximal 1250 Euro. Zusätzlich dürfen Arbeitsmittel sowie Schreibtisch, Computer und Ähnliches geltend gemacht werden.

Kein Problem mit dem Fiskus hat, wer ein Arbeitszimmer "außerhäuslich" angemietet hat, also um die Ecke oder in einer anderen Etage, wie Uwe Rauhöft erklärt. In solchen Fällen sei die Rechtslage eindeutig: Das Finanzamt wird alle Kosten akzeptieren.

Von Berrit Gräber/jol

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