Tipps fürs Home Office Wie Sie zu Hause Profi bleiben

Make-up und schicke Schuhe, auch im Homeoffice? Unbedingt, sagt Stilberaterin Katharina Starlay. Denn wer im Bademantel am Schreibtisch sitzt, kommt am Telefon nicht professionell rüber.

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Die Grenzen verwischen immer mehr. Was uns die Jungstars der x-ten Internetgeneration vorleben, ist für Konzerne, Chefs und Menschen jenseits der Generation Y noch lange nicht selbstverständlich - der lückenlose Schluss beruflicher und privater Tätigkeiten.

Immer mehr Menschen aber arbeiten heute von zu Hause aus und machen den seit Jahren diskutierten Spagat zwischen Arbeitseffizienz und Haushalt, Arbeitgeber-Loyalität und Familienleben.

Was sind die Stereotype, die in den Augen von Geschäftspartnern als unprofessionell gesehen oder wahrgenommen werden könnten, wenn man ihnen keine Gedanken widmet?

Nehmen wir mal das nette deutsche Ritual, Gäste im eigenen Zuhause zu bitten, die Schuhe auszuziehen. Das kann für einen guten Freund noch eine einladende Geste sein - aber für einen Geschäftspartner? Der fragt sich eventuell, wer die stattdessen angebotenen und in vielen Haushalten präsenten Finken vor ihm getragen hat.

Auch wenn Ihr Home Office besucherfrei ist, profitiert die Arbeitsatmosphäre, sobald Sie einmal mit den Augen eines Partners oder Kunden durch die Räume gehen. Der klare Blick aus der Perspektive des Besuchers hilft, die häusliche Organisation und die eigene Gastgeberkultur mit anderen Augen zu sehen und den Hebel auf "Profi@Work" umzustellen.

Auf diese Dinge sollten Sie achten:

Räumliche Trennung und Sitzrichtung

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Ob Sie einen eigenen, voll eingerichteten Raum Ihr Büro nennen oder für einzelne Arbeitstage zu Hause am Wohnzimmertisch arbeiten - beides verlangt eine klare mentale Trennung zwischen Arbeitszeit und privater Zeit. Auch für die lieben Familienmitglieder, die von außen nur schwer erkennen können, ob Sie gerade wichtige Aufgaben erledigen oder zum Vergnügen im Netz surfen.

Ein eigener, abschließbarer Raum hat den großen Vorteil, dass Sie sich die Tür-Chefsprache angewöhnen können: Eine verschlossene Tür signalisiert "Bitte nicht stören, ich bin nicht zu sprechen", eine angelehnte "Bitte anklopfen und das Anliegen nennen - dann entscheide ich, ob ich Zeit habe". Ist die Tür ganz offen, darf jeder "hereinschneien", weil die wichtigen Tagesaufgaben erledigt sind.

Ist der Arbeitsplatz in der Wohnung nicht festgelegt, entsteht der attraktive Vorteil, verschiedene Blickrichtungen für unterschiedliche Aufgaben einzunehmen. An einem freistehenden Tisch beispielsweise können Sie Ihren Arbeitsstuhl (im Gegensatz zum Esszimmerstuhl) etwa für Steuererklärung oder Buchführung an eine andere Tischseite stellen als für kreative Herausforderungen. So stellt man sich auch emotional schneller um.

Persönliche Abgrenzung

BLACKSOCKS

Feste Zeiten sind für die Konzentration im Office hilfreich, darüber wurde schon viel geschrieben. Man(n) muss sich auch erlauben, für ein geliebtes Kind oder den Paketboten einmal nicht erreichbar zu sein. Wer keine verschließbare Tür hat, kann die Abgrenzung auch durch Symbole erreichen, die ohne verbale Kommunikation sofort sichtbar sind: Das kann genauso der erwähnte Bürostuhl sein wie eine Krawatte, die nur bei Arbeitsaufgaben getragen und später wieder abgelegt wird.

Überhaupt lohnt es sich, der Kleidung Aufmerksamkeit zu schenken und gerade bei wichtigen Telefonaten unbedingt Schuhe zu tragen, was der Stimme einen professionellen Klang - und der eigenen Haltung mehr Stabilität gibt. Im Bademantel verhandelt es sich schlecht.

Kleidung, Styling und Pflege

Dühnforth & Wulff

Unabhängig von der Formalität der Kleidung "Businessanzug versus Gemütlichkeitsklamotte" ist es gegenüber sich selbst und der beruflichen Aufgabe eine schöne Geste, sich auch im Homeoffice ein bisschen schick zu machen - genau so, wie man auch zu einem Termin gehen würde.

Make-up, Frisur und Schmuck dürfen stylish sein, auch zum Strickensemble. Rasur/Bartstyling und der Zustand der Hände so, dass Sie damit genauso gut zum Kunden gehen könnten, auch wenn Sie "nur" Jeans tragen. Die ist dann im Fall der Fälle schnell gegen ein komplettes Businessoutfit getauscht.

Als Tipp: Tragen Sie immer ein geschäftstaugliches Teil, also zum Beispiel den Bleistiftrock zum Strickteil, das Businesshemd zur Jeans.

Gastgeberkultur

Battersea Power Station

Für das gastronomische Wohlgefühl vom Zustand der Rest Rooms bis hin zu angebotenen Getränken und Snacks schicken Sie am besten gedanklich Ihre Mutter oder eine kritische Freundin/einen kritischen Freund mit ausgesuchter Wohnkultur durch Ihre Wohnung.

Auch wenn man selbst angesichts der Unordnung im Bad ein Auge zudrückt oder es selbst nicht mehr sieht - ein Gast bemerkt und honoriert, wenn diese Bereiche sauber und übersichtlich sind, Geschirr stilvoll und zueinander passend ist und Getränke in einem schönen Gefäß gereicht werden.

Schuhe in der Wohnung

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Füße in Socken passen nicht zu einem Business-Talk. Lassen Sie also Ihren Gästen die Würde der Bodenhaftung. Ein indianisches Sprichwort sagt: "Traue keinem Menschen, wenn du nicht zwei Monde in seinen Mokassins gelaufen bist." Das sollte aber niemand zu wörtlich nehmen. Für gute Gespräche braucht es keine nackten Füße, sondern vielmehr Respekt voreinander.

Frisch gewaschene Norweger-Socken bleiben Freunden und vertrauten Bekannten vorbehalten, wenn sich diese dadurch wohler fühlen. Sie passen zum Kaminfeuer und einem Glas Rotwein, die Sockenfrage aber ist etwas Intimes, das zum Geschäftskontakt nicht passt.

Zur Person
  • Katharina Starlay ist Modedesignerin und Imageberaterin. Sie ist Mitglied im Deutschen Knigge-Rat und veröffentlicht außer ihren Büchern auch im eigenen Portal Stilclub.de. Als Stilcoach begleitet sie Einzelpersonen für mehr Erfolg in Beruf und Karriere. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwirft Firmenkleidung -

    mehr Informationen dazu hier. Ihr Business-Knigge fürs Homeoffice erschien zuerst bei manager magazin Online.
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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
don_peppone 31.05.2016
1. Wenn ich das alles befolgen soll...
Kann ich gleich im Büro arbeiten
hatshepsut 31.05.2016
2. Absoluter Blödsinn
Die Frau hat vielleicht Ahnung von Mode, aber nicht von Arbeit. Am besten arbeitet man, wenn man sich am wohlsten fühlt. Und wenn das bedeutet, dass man im Home Office deswegen in Shorts und barfuss sitzt anstatt im Anzug mit Krawatte, dann ist das eben so. Ich bin im HO viel produktiver.
ohne_mich 31.05.2016
3. Äh....
Schuhe, Krawatte und Businesshemd in meinen vier Wänden, ohne Kundenkontakt? Meine Güte, immer wenn man denkt, Spon könnte einen nicht mehr schocken, was schwachsinnige Texte angeht, wird man immer wieder eines Besseren belehrt.
protoscorsair 31.05.2016
4. Etwas übertrieben
Ich stimme hier teilweise den Punkten zu, andere (z.b. zum Styling) sind wohl etwas übertrieben. Ich arbeite gerne und mindestens einmal die Woche im home Office. Es gibt drei wichtige Dinge zu beachten: 1. Themen bearbeiten, die man eher alleine und in Ruhe hinbekommt. Ein Brainstorming mit Kollegen ist besser in Büro. 2.Ziele setzen und Pausen machen, wie auch im Büro. Ich mache mal eben die Wäsche oder den Abwasch geht gar nicht. Zur Trennung zum Privatleben gehört auch, sich ordentlich anzuziehen. Schuhe, stzling und top getrimmter Bart sind eher nicht nötig. Was ich am Artikel nicht verstehe: Wer lädt schon Geschäftspartner in sein Homeoffice ein?Dazu gibt es das Büro in der Firma, wo auch keiner in die Verlegenheit kommt, Schuhe ausziehen zu müssen...
Maverlized 31.05.2016
5. Kleider machen Leute?
Oder doch lieber das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern? Jedenfalls tun mir diejenigen sehr sehr Leid, die im Homeoffice sitzen und beim Telefonieren mit Kunden nur dann kometent rüberkommen, wenn sie in Hemd & Krawatte auf Ihren Lederarm-Stühlen sitzen. Aber Leute wie Frau Starlay brauchen ja schließlich auch eine Daseinsberechtigung.
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