In Kooperation mit

Job & Karriere

Dorothea Assig

Tipps von den Karrierecoaches Acht gute Vorsätze für ein erfolgreiches 2021

Dorothea Assig
Ein Gastbeitrag von Dorothea Assig und Dorothee Echter
Ein Gastbeitrag von Dorothea Assig und Dorothee Echter
Wie kann das neue Jahr beruflich noch erfolgreicher werden? Hier sind acht Karrierevorsätze, die wirklich funktionieren – weil sie die Komfortzonen im Hirn überlisten.
Raketenstart: Es lohnt sich, am Anfang des Jahres darüber nachzudenken, wie Sie für Ihre Karriere den Turbo zünden können

Raketenstart: Es lohnt sich, am Anfang des Jahres darüber nachzudenken, wie Sie für Ihre Karriere den Turbo zünden können

Foto: Kniel Synnatzschke / Westend61 / Getty Images

Dorothea Assig und Dorothee Echter sind Beraterinnen für das internationale Topmanagement, Konferenzrednerinnen und Autorinnen von Fachartikeln und Fachbüchern. Dazu zählen »Freiheit für Manager« und »Ambition. Wie große Karrieren gelingen«, die beide im Campus Verlag erschienen sind. In ihren Beiträgen gehen sie besonders auf Probleme von Führungskräften ein. E-Mail an karriere.leserpost@spiegel.de schreiben – Stichwort Assig und Echter 

Neue Projekte machen glücklich. Einerseits. Nur leider liebt unser Gehirn, andererseits, Komfortzonen und will am liebsten nichts verändern. Wie bekommen wir uns selbst dazu, wichtige Schritte für unsere Karriere in Angriff zu nehmen?

Ich will befördert werden

Gute Idee. Und warum sollten Sie befördert werden? Es gibt nur einen Grund, der überzeugt: weil Sie mit Ihrer Beförderung Ihre Chefin, Ihren Chef und Ihr Unternehmen noch erfolgreicher machen werden.

  • Formulieren Sie: Was kann ich bewirken? Wo?

  • Sprechen Sie darüber immer wieder, kurz, selbstverständlich, bauen Sie keinerlei Druck auf.

  • Sprechen Sie immer positiv über Ihr Unternehmen, so bringen Sie sich selbst in Stimmung für eine Beförderung. Das wirkt ansteckend.

Ich will aufhören, mich zu sehr in meine Arbeit zu vergraben

Arbeit beruhigt, ist die Komfortzone des Gehirns. Sie haben Streit, Sie lösen ihn nicht, sondern arbeiten. Kinder sind quengelig, Sie spielen nicht mit ihnen, sondern ziehen sich zurück und arbeiten. Ohne Arbeit entsteht eine Leerstelle, die Sie erforschen und überwinden müssen, bevor Sie beginnen können, weniger zu arbeiten:

  • Kommt der Wunsch aus mir selbst heraus oder von anderen?

  • Wovor beschützt mich das viele Arbeiten? Kann ich das kompensieren?

  • Was könnte spannend und angenehm sein am Weniger-arbeiten?

  • Planen Sie nicht, um 17 Uhr aufzuhören, sondern entscheiden Sie es um 17 Uhr.

Ich will die Firma wechseln und mich endlich öfter bewerben

Bewerben ist immer gut, sofern es eine Ausschreibung gibt. Noch besser ist es, von anderen gefunden, angesprochen, empfohlen zu werden. Wie können Sie das bewirken? Prüfen und optimieren Sie:

  • Wie sprechen Sie wirksam über sich selbst?

  • Welche Erfolgsworte stehen in Ihren Social-Media-Profilen, im Lebenslauf, in Ihrer E-Mail-Signatur?

  • Pflegen Sie Ihre Verbundenheit mit einflussreichen Menschen, die Sie empfehlen können, regelmäßig? Mit Komplimenten, Dankes- und Glückwunschkarten, kleinen Geschenken und Einladungen?

Ich will meiner Chefin endlich mal die Wahrheit über ihr mieses Verhalten sagen

Und dann? Kommen Sie als bewunderte Heldin groß raus, dankbare Kollegen umringen Sie, die Chefin wird ermahnt und zeigt sich einsichtig? Never ever. Wenn Sie etwas erreichen wollen, verhalten Sie sich besser strategisch:

  • Pflegen Sie Ihre Resilienz, also ihre psychische Widerstandskraft

  • Sprechen Sie mit Ihrer Coachin oder einer vertrauten Person, nicht mit Ihrem Chef.

  • Konzentrieren Sie sich auf Aufgaben, die Ihnen Freude machen.

  • Folgen Sie den Anweisungen Ihrer Vorgesetzten unkompliziert, oder wechseln Sie woanders hin.

Ich will jetzt endlich eine Gehaltserhöhung durchsetzen

Durchsetzen können Sie gar nichts – es handelt sich um eine Verhandlungssituation.

  • Sie brauchen: erstens: eine konkrete Summe, die Sie sich wünschen, zweitens: eine Untergrenze (bei deren Unterschreitung Sie das Unternehmen definitiv verlassen werden), drittens: Eine Summe für den Verhandlungseinstieg.

  • Begründen Sie Ihre Forderung ausschließlich mit dem Nutzen, den Sie dem Unternehmen stiften, am besten mit Zahlen belegt.

  • Bereiten Sie die Stimmung vor: Machen Sie immer wieder kurz auf Ihre Leistungen und Erfolge aufmerksam.

Ich will in den Vorruhestand

Was erstrebenswert klingt, wird nach ein oder zwei Jahren oft zu einem Desaster. Gerade für Führungskräfte ist das plötzliche Desinteresse schwer zu ertragen: Kein Schwein ruft an. Der Pensionär, die Rentnerin ist ab sofort absolut uninteressant, ja unsichtbar. Niemand bittet sie mehr, einen Vortrag zu halten, in einem Panel mitzudiskutieren oder einen Jungunternehmer zu beraten – nicht mal ehrenamtlich. Wie bekommen Sie dann Flow, Anerkennung, intellektuelle Inspiration? Wenn Sie seit Jahren eine Hardrock-Band haben, mit der sie in den nächsten 20 Jahren durch die Welt touren werden, und die Verträge schon unterschrieben sind – dann: Go strong! Sonst: Geben Sie diesen Vorsatz lieber auf.

Ich will meditieren, damit ich besser runterkomme

Was leicht aussieht, wie Rumsitzen und Nichtstun, ist für viele Menschen sehr schwer durchzuhalten. Und dann meditieren sie nicht, sondern grämen sich darüber, dass sie es nicht tun. Langfristig ist Meditation aber eine der besten Möglichkeiten, Ruhe in Ihre Gedanken zu bringen.

  • Beginnen Sie mit einem einfachen Kurs, um herauszufinden, ob das überhaupt etwas für Sie ist.

  • Wenn Sie merken, es ist schwierig, gefällt Ihnen aber, dann bleiben Sie dran. Jeder einzelne Atemzug in der Stille wirkt.

  • Wenn es Ihnen nicht zusagt, dann suchen Sie sich eine Sportart, die Sie runterbringt, machen Sie Tai Chi oder lernen Sie Entspannungstechniken.

Ich will mich bei den Menschen bedanken, die mich unterstützt haben

Diese Idee ist deshalb so gut, weil Sie damit signalisieren: Ihre Unterstützung wird von mir gesehen und bedeutet mir viel. Ihre UnterstützerInnen fühlen sich ermutigt und setzen ihre Bemühungen fort.

  • Suchen Sie Gelegenheiten zu danken. Dankbarkeit ist der beste Karrieretipp – wirksamer als jeder andere.

  • Danken Sie IMMER für eine Einladung, ob Sie sie annehmen wollen/können oder nicht.

  • Schreiben Sie viele Dankeskarten. Am besten, sie haben immer Karten, Umschläge und Briefmarken auf Ihrem Schreibtisch liegen.

  • Erzählen Sie anderen, wie dankbar Sie dieser Person sind, wie sie Sie geprägt und inspiriert hat.

Dankbarkeit freut nicht nur die Empfänger: Sie hat auch einen großen Effekt auf Ihr Lebensgefühl. Sie schreiben Dankeskarten, und schon sehen Sie die Welt neu, voller Menschen, die es gut mit Ihnen meinen.