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Prozess gegen Reinigungsfirma Toilettenfrau erkämpft sich 1000 Euro Tellergeld

Wer bekommt das Tellergeld, das vor öffentlichen Klos eingesammelt wird? Eine Toilettenfrau zog vor Gericht und erzielte einen Vergleich mit ihrem Arbeitgeber: Für zwei Monate bekommt sie eine Pauschale.
Münzen auf Teller: Beides oft vor Toiletten zu finden

Münzen auf Teller: Beides oft vor Toiletten zu finden

Foto: Volker Hartmann/ dpa

Die Toilettenaufsicht eines Reinigungsunternehmens hat in der Auseinandersetzung um Anteile an den Sammelteller-Einnahmen in einem Einkaufszentrum 1000 Euro vor Gericht erstritten. Die Angestellte und ihr Arbeitgeber einigten sich am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht Gelsenkirchen auf einen entsprechenden Vergleich.

Insgesamt sollen in den zwei beklagten Monaten im Einkaufszentrum im Centro Oberhausen 30.000 Euro zusammengekommen sein. Daran waren knapp zwei Dutzend Angestellte beteiligt.

Die Klägerin begründete die Forderung damit, dass Toilettenbesucher das Geld als Trinkgeld geben. Sie bekommt vom Unternehmen einen Stundenlohn von 5,20 Euro brutto. Die Firma ist der Auffassung, dass es sich um ein "freiwilliges Nutzungsentgelt" handelt. Damit stehe das Geld allein dem Arbeitgeber zu.

Bereits im Januar hatte die Frau einen Teilerfolg erstritten: Das Reinigungsunternehmen musste ihr gegenüber offenlegen, wie viel es mit dem Tellergeld in den fraglichen Monaten eingenommen hat.

Trinkgeld oder freiwilliges Nutzungsentgelt?

Ihre Arbeit bestand im Wesentlichen darin, den Sammelteller zu beaufsichtigen und regelmäßig das Geld abzuliefern - für Reinigungsarbeiten war sie nicht zuständig. Sie argumentierte vor Gericht, dass die Nutzer der Toiletten davon ausgehen, ein Trinkgeld für das Toilettenpersonal zu geben. Ihre Chefs dagegen erklärten, auf dem Teller werde ein "freiwilliges Nutzungsentgelt" gesammelt, was auch allen Besuchern bewusst sei.

Ob nun auch die Kollegen der Klägerin von dem Geld profitieren, ist noch nicht bekannt. Eventuell müssen sie ihren Anteil eigens einfordern.

mamk/dpa
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