Jobdoppel Parfumeur versus Kanalreiniger "Die Arbeit stinkt mir überhaupt nicht"

3. Teil: Parfumeur und Kanalreiniger - die beiden Jobs im Überblick


Parfümeur Kanalreiniger
Darum geht es:

Parfüme und Düfte herstellen für Waschmittel, Bodylotions oder Kunststoffe, etwa in der Autoindustrie.
Darum geht es:

Kanalreinigung, Kanal-T-Untersuchung, Sanierung, Dichtheitsprüfung von Klärgruben, Öl/Benzinabscheider/Fettabscheider.
Arbeitsplatz:

Im Büro vor dem PC. Aber auch im Labor vor der Riechorgel mit circa 800 verschiedenen Düften.
Arbeitsplatz:

Draußen bei den Kunden.
Typische Aufgaben:

Neue Düfte kreieren, mit dem Marketing zusammenarbeiten, neue Riechstoffe testen und den Überblick behalten, was auf dem nationalen und internationalen Duftmarkt gerade so los ist.
Typische Aufgaben:

Kanalreinigung, Kanal-TV-Untersuchungen.
Ist nichts für Leute, die...:

...schlecht riechen können, Heuschnupfen oder Allergien haben oder sensibel auf manche Duftstoffe reagieren.
Ist nichts für Leute, die...:

...nicht belastbar sind.
Das Schöne am Beruf:

Die Kreativität, sich immer neue Düfte ausdenken zu können. Und das viele Reisen.
Das Schöne am Beruf:

Immer wieder das Strahlen im Gesicht eines Kunden, wenn man ihm geholfen hat.
Schattenseiten

Man braucht viel Motivation und Durchhaltevermögen, weil es eben nur wenige der selbstkreierten Duftkombinationen auf den Markt schaffen. Und: Die Arbeit ist ein Spagat zwischen Kreativität und Kommerz.
Schattenseiten

Unregelmäßige Arbeitszeiten.
Das müssen Bewerber mitbringen:

Einen guten Geruchssinn und Kreativität.
Das müssen Bewerber mitbringen:

Realschulabschluss, freundliches und sicheres Auftreten, Selbstbewusstsein.
So wird man es:

Durch eine Ausbildung zum Parfümeur in den großen Dufthäusern. Allerdings bilden diese nur unregelmäßig aus. In Paris gibt es außerdem eine weltweit einzigartige Parfümeur-Schule, das Institut Supérieur du Parfum.
So wird man es:

Durch eine Lehre bei einem Fachbetrieb. Danach ist man "Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice", so die offizielle Bezeichnung.
Verdienst:

Das ist abhängig vom Arbeitgeber und auch von Alter und Erfahrung des Parfümeurs.
Verdienst:

Nach der Lehre, je nach Qualifikation, 1800 bis 2000 Euro.

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
wennderbenzbremst... 05.12.2012
1. Interessant
Was mich wirklich brennend interessieren würde: Wie schafft man es, die Gerüche in Autos so zu konservieren, dass das Auto auch nach langer Zeit noch markentypische Gerüche besitzt? Ein alter Golf riecht immer nach Golf, ein alter Mercedes immer nach Mercedes. Natürlich nur, wenn man den Innenraum nicht mit Wunderbäumen zukleistert, oder literweise Parfum darin verschüttet. Bekannte und Freunde stellen bei meinem alten 190er Mercedes immer wieder fest, dass das Auto typisch nach Taxi riecht. Und das obwohl darin geraucht wird (oder gerade deswegen?). Vielleicht liest Herr Rittler ja mit und kann dazu was sagen.
wdiwdi 05.12.2012
2. Kanalreiniger mit Realschulabschluss?
Ich wundere mich nicht mehr, dass Langzeitarbeitslose ohne Qualifikation kaum Jobs finden, wenn schon zur Arbeit als Kanalreiniger lt. Tabelle ein Realschulabschluss Voraussetzung ist....
statussymbol 05.12.2012
3.
Zitat von wdiwdiIch wundere mich nicht mehr, dass Langzeitarbeitslose ohne Qualifikation kaum Jobs finden, wenn schon zur Arbeit als Kanalreiniger lt. Tabelle ein Realschulabschluss Voraussetzung ist....
Genau - und wenn man jetzt noch den Artikel gelesen hätte, dann hätte man festgestellt dass der gute Mann offensichtlich zum Großteil mit modernster Technik und am Monitor mit einem Roboter im Wert von knapp einer halben Million Euro rumwerkelt. Dürfte in Verbindung mit dem Gefährdungspotenzial wenn man einen Fehler macht (wenn man den Roboter oder den Kanal beschädigt könnte das teuer werden) also durchaus ein Beruf sein bei dem die nötige Grundqualifikation im Gegensatz zu früheren Zeiten sich gesteigert hat. Finde ich in diesem Fall halbwegs nachvollziehbar. Abgesehen davon wird ein Bewerber vermutlich auch mit einem guten Hauptschulzeugnis nicht zwangsläufig abgelehnt, wenn das Gesamtbild stimmt! So ist das doch in den meisten Jobs heutzutage.
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