Jobdoppel Parfumeur versus Kanalreiniger "Die Arbeit stinkt mir überhaupt nicht"

Zwei Männer, die immer ihrer Nase nach arbeiten. Der Unterschied: Frank Rittler hat es mit Duft zu tun, Daniel Vetter mit Gestank. Der eine ist Parfumeur, der andere reinigt die Kanalisation. Über einen Arbeitsalltag zwischen Rosen und Fäkalien berichten die beiden im Jobdoppel.
Von Jennifer Hertlein und Felix Scheidl
Herr seiner Sinne: Frank Rittler steht in seiner Riechorgel und schnuppert

Herr seiner Sinne: Frank Rittler steht in seiner Riechorgel und schnuppert

Foto: Henkel Fragrance Center Krefeld
Von Beruf Parfümeur: Wenn Düfte zu Farben werden
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Von Beruf Parfümeur: Wenn Düfte zu Farben werden

Kanalreiniger Daniel Vetter (links) und seine Crew beim, naja, Kanalreinigen

Kanalreiniger Daniel Vetter (links) und seine Crew beim, naja, Kanalreinigen

Foto: Daniel Vetter
Kanalreiniger: Volles Rohr voraus
Foto: Daniel Vetter
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Kanalreiniger: Volles Rohr voraus

Parfümeur Kanalreiniger
Darum geht es:

Parfüme und Düfte herstellen für Waschmittel, Bodylotions oder Kunststoffe, etwa in der Autoindustrie.
Darum geht es:

Kanalreinigung, Kanal-T-Untersuchung, Sanierung, Dichtheitsprüfung von Klärgruben, Öl/Benzinabscheider/Fettabscheider.
Arbeitsplatz:

Im Büro vor dem PC. Aber auch im Labor vor der Riechorgel mit circa 800 verschiedenen Düften.
Arbeitsplatz:

Draußen bei den Kunden.
Typische Aufgaben:

Neue Düfte kreieren, mit dem Marketing zusammenarbeiten, neue Riechstoffe testen und den Überblick behalten, was auf dem nationalen und internationalen Duftmarkt gerade so los ist.
Typische Aufgaben:

Kanalreinigung, Kanal-TV-Untersuchungen.
Ist nichts für Leute, die...:

...schlecht riechen können, Heuschnupfen oder Allergien haben oder sensibel auf manche Duftstoffe reagieren.
Ist nichts für Leute, die...:

...nicht belastbar sind.
Das Schöne am Beruf:

Die Kreativität, sich immer neue Düfte ausdenken zu können. Und das viele Reisen.
Das Schöne am Beruf:

Immer wieder das Strahlen im Gesicht eines Kunden, wenn man ihm geholfen hat.
Schattenseiten

Man braucht viel Motivation und Durchhaltevermögen, weil es eben nur wenige der selbstkreierten Duftkombinationen auf den Markt schaffen. Und: Die Arbeit ist ein Spagat zwischen Kreativität und Kommerz.
Schattenseiten

Unregelmäßige Arbeitszeiten.
Das müssen Bewerber mitbringen:

Einen guten Geruchssinn und Kreativität.
Das müssen Bewerber mitbringen:

Realschulabschluss, freundliches und sicheres Auftreten, Selbstbewusstsein.
So wird man es:

Durch eine Ausbildung zum Parfümeur in den großen Dufthäusern. Allerdings bilden diese nur unregelmäßig aus. In Paris gibt es außerdem eine weltweit einzigartige Parfümeur-Schule, das Institut Supérieur du Parfum.
So wird man es:

Durch eine Lehre bei einem Fachbetrieb. Danach ist man "Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice", so die offizielle Bezeichnung.
Verdienst:

Das ist abhängig vom Arbeitgeber und auch von Alter und Erfahrung des Parfümeurs.
Verdienst:

Nach der Lehre, je nach Qualifikation, 1800 bis 2000 Euro.