Freizeitvergleich Banker haben den meisten Urlaub

Steuerberater haben so oft frei wie Kellner, und in Berlin urlaubt man seltener als in Stuttgart: Wie viel Freizeit deutsche Arbeitnehmer haben, hängt von Gehalt, Region und Branche ab.

Urlaub an der Ostsee (Symbolbild)
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Urlaub an der Ostsee (Symbolbild)


Gut jeder zweite Beschäftigte in Deutschland kann sich über 30 Tage Urlaub im Jahr freuen. Die andere Hälfte zieht den Schnitt allerdings nach unten: auf bundesweit rund 28 Tage. Das hat eine Auswertung des Beratungsunternehmens Compensation Partner ergeben.

Die Zahl der Urlaubstage hängt stark von der Branche ab. Kellner und Steuerberater kommen durchschnittlich auf 26 Tage. Rechtsberater haben demnach etwas mehr als 25 Tage im Jahr frei. Am besten schneiden Autoindustrie und Banken ab: mit jährlich gut 29 Urlaubstagen. In diesen beiden Branchen haben fast 90 Prozent der Beschäftigten sogar 30 Tage frei.

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Top und Flop: So viel Urlaub bekommen Angestellte weltweit

Für die Studie werteten Analysten fast 221.000 Daten von Fach- und Führungskräften in Deutschland aus. Sie stammen von der Vergütungsplattform Gehalt.de, wo einzelne Nutzer und Firmen ihre Daten selbst eingeben können, um sich mit anderen zu vergleichen. Die Zahlen wurden durch Angaben aus Personalabteilungen ergänzt.

Der Vergleich zeigt auch: Je mehr Arbeitnehmer verdienen, desto höher ist statistisch betrachtet ihr Urlaubsanspruch. Demnach liegt die Zahl der Urlaubstage bei einem Gehalt ab 51.000 Euro pro Jahr im Schnitt bei rund 29 Tagen. Bei einem Gehalt von unter 20.000 Euro im Jahr haben Beschäftigte im Schnitt nur rund 25 Tage frei.

Wie viel Urlaub Arbeitnehmer bekommen, liegt zudem am Arbeitsort. Den längsten Urlaub mit 28 Tagen im Schnitt haben demnach Menschen in Baden-Württemberg. In Berlin, Leipzig, Dresden und an der mecklenburgischen Küste sind es hingegen nur 26 Tage.

Die Daten verraten allerdings nur den Urlaubsanspruch - nicht den tatsächlich genommenen Urlaub. Laut einer andere Studie lässt jeder dritte Beschäftigte freie Tage verfallen.

Chef-Sprüche zum Urlaubsantrag

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lov



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Dumme Fragen 24.05.2017
1. Tja...
Hab bei der letzten Gehaltsverhandlung gefragt, ob ich nicht mehr Urlaub anstatt mehr Geld bekommen könne. "Ne, dann wollen das alle" hieß es dann... Also, einige Freunde und ich werden in 1-2 Jahren eine eigene Firma gründen. Mit mindestens 33 Tagen Urlaubsanspruch! Und einer Urlaubspflicht!
marianmama 24.05.2017
2. Was will mir die Titel sagen??
Was soll denn diese Überschrift? Soweit mir bekannt, gilt in vielen Branchen laut Tarifvertrag ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr. Ich kenne (auch außerhalb der Bankenbranche) niemanden, der weniger Urlaubsanspruch hat. Toll, mal wieder schönes Banken-/"Banker"-Bashing ...
x+n 24.05.2017
3.
Zitat von Dumme FragenHab bei der letzten Gehaltsverhandlung gefragt, ob ich nicht mehr Urlaub anstatt mehr Geld bekommen könne. "Ne, dann wollen das alle" hieß es dann... Also, einige Freunde und ich werden in 1-2 Jahren eine eigene Firma gründen. Mit mindestens 33 Tagen Urlaubsanspruch! Und einer Urlaubspflicht!
Bei mir genau andersrum. Ich wollte mir den Urlaub auszahlen lassen. "Ne, dann wollen das alle" hieß es dann...
postmaterialist2011 25.05.2017
4. Nicht von sich selbst auf andere schliessen !
Zitat von marianmamaWas soll denn diese Überschrift? Soweit mir bekannt, gilt in vielen Branchen laut Tarifvertrag ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr. Ich kenne (auch außerhalb der Bankenbranche) niemanden, der weniger Urlaubsanspruch hat. Toll, mal wieder schönes Banken-/"Banker"-Bashing ...
Ich habe vor 25 Jahren in einem Betrieb angefangen, der zur IG Metall gehörte. 30 Tage Urlaub und später dann 35 Stunden Wochenarbeitszeit waren damals normal. Heute sind ein Grossteil der Angestellten in nicht tarifgebundenen Unternehmen beschäftigt und wer heute neu anfängt hat oft nur 25 Tage Jahresurlaub und häufig 42 Stunden Wochenarbeitszeit. All das was die Gewerkschaften früher erfolgreich erkämpft haben wurde in den letzten 15 Jahren von den Arbeitgebern zurückgedrängt. Dabei würden 40 Tage Urlaub und eine 30 Stunden Woche sehr viel mehr Sinn machen, allerdings wären dann die Profite der Unternehmer nicht mehr so exorbitant wie zur Zeit und Menschen hätten mehr Zeit sich um Freunde, Familie und Soziales zu kümmern und mehr Menschen hätten einen vernünftigen Job.
vitalik 25.05.2017
5.
Zitat von Dumme FragenHab bei der letzten Gehaltsverhandlung gefragt, ob ich nicht mehr Urlaub anstatt mehr Geld bekommen könne. "Ne, dann wollen das alle" hieß es dann... Also, einige Freunde und ich werden in 1-2 Jahren eine eigene Firma gründen. Mit mindestens 33 Tagen Urlaubsanspruch! Und einer Urlaubspflicht!
Das Argument, dass es dann alle wollen, ist doch ein Witz oder? Argumentiert die Firma bei einer Gehaltserhöhung dann auch so: "Dann wollen alle mehr Geld haben." Ich muss sagen, dass ich mit dem Modell meiner Firma sehr zufrieden bin. Wir haben 30 Tage Urlaub und ein Freizeitkonto auf das die Überstunden gehen. Man kann beliebig viele Überstunden sammeln und diese dann als Urlaub nehmen oder auszahlen lassen. Eine weitere Regelung ist, dass der Jahresurlaub nicht verbraucht werden muss. Das heißt, dass ich den nicht-genommenen Urlaub immer weitertrage. Wir hatten auch schon mal einen Kollegen, der oft im Außendienst war und deswegen viele Arbeitsstunden angesammelt hatte und auch noch einige angesparte Urlaubstage. Der Kollege hat dann 3/4 Jahr eine Auszeit genommen (entsprechend voll bezahlt). Natürlich hat das System auch Nachteile. Manche Kollegen übertreiben es teilweise mit den Arbeitsstunden.
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