Umfrage unter Beschäftigten Nur jeder Zweite bekommt Urlaubsgeld

Die besten Chancen auf Urlaubsgeld haben Mitarbeiter in Unternehmen mit Tarifvertrag. Einige Gruppen sind extrem benachteiligt.

Urlaub für wenig Geld: Sonnenbaden auf dem Parkdeck
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Urlaub für wenig Geld: Sonnenbaden auf dem Parkdeck


Für eine gefüllte Urlaubskasse müssen die meisten Arbeitnehmer in Deutschland selbst sorgen: Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten bekommt vom Arbeitgeber Urlaubsgeld ausbezahlt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Insgesamt haben 47 Prozent der befragten Angestellten Anspruch auf Urlaubsgeld. Das hat das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung bei einer Online-Befragung von mehr als 123.000 Beschäftigten ermittelt.

Wer hat die Umfrage in Auftrag gegeben?
Die Umfrage wurde von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde sie über das Internet-Portal www.lohnspiegel.de, das vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) betreut wird und wiederum bei der Stiftung angesiedelt ist.
Wie wurden die Daten erhoben?
Auf Lohnspiegel.de werden Erwerbstätige in Deutschland kontinuierlich online befragt. Für die Analyse wurden mehr als 123.000 Datensätze aus dem Zeitraum von Anfang Januar 2018 bis Ende April 2019 berücksichtigt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber aufgrund der hohen Fallzahlen detaillierte Einblicke in die tatsächlich gezahlten Entgelte und die Häufigkeit von Sonderzahlungen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es nicht. Arbeitgeber entscheiden selbst, ob sie diese Sonderleistung freiwillig zahlen. Oftmals sind die Ansprüche aber in Tarifverträgen festgeschrieben. Mit deutlichen Auswirkungen:

  • 69 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen erhalten laut der Umfrage Urlaubsgeld.
  • Bei den Beschäftigten ohne Tarifvertrag sind es nur 36 Prozent.

"Die Chance auf ein Urlaubsgeld ist damit in tarifgebundenen Unternehmen fast doppelt so hoch", sagt Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Beschäftigte ohne Tarifbindung seien somit "doppelt im Nachteil", da in der Regel auch der reguläre Lohn niedriger ausfalle. "Zusätzlich fehlt ihnen ein tariflich verbriefter Anspruch auf Urlaubsgeld", so Schulten.

Starken Einfluss auf die Urlaubsgeldzahlungen haben zudem die Betriebsgröße, die Lage der Unternehmen sowie das Geschlecht der Beschäftigten.

  • Demnach bekommen nur 41 Prozent der Frauen Urlaubsgeld, bei den Männern sind es 50 Prozent.
  • In Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern wird 61 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld gezahlt - deutlich mehr als in kleinen Betrieben. Gibt es weniger als 100 Beschäftigte, erhalten im Schnitt nur 37 Prozent der Beschäftigten die Zahlung.
  • In Westdeutschland bekommen 49 Prozent der Befragten Urlaubsgeld, im Osten sind es nur 35 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen leicht rückläufig.

Große Unterschiede gibt es auch zwischen den Branchen. Während Mitarbeiter in Chemie- und Metallberufen zu 66 Prozent vom Urlaubsgeld profitieren, bekommen nur knapp 30 Prozent der privaten Dienstleister und Medienschaffenden die Zahlung. Bei Mitarbeitern von Callcentern sind es sogar nur 26 Prozent.

Sonderzahlung am Jahresende statt Urlaubsgeld

Auch die Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich erhalten nur zu etwa einem Drittel Urlaubsgeld. Zum Teil hängt das laut WSI aber damit zusammen, dass deren Arbeitsbedingungen sich am öffentlichen Dienst orientieren. Dort werde bereits seit geraumer Zeit kein Urlaubsgeld mehr gezahlt, sondern nur noch eine Sonderzahlung am Jahresende.

Auch die Höhe des Urlaubsgelds variiert stark - von 155 Euro in der Landwirtschaft bis deutlich mehr als 2000 Euro in der Industrie.

sun

insgesamt 117 Beiträge
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Seite 1
tucson58 28.05.2019
1. Zu was braucht man Urlaubsgeld?
Da wir ja angeblich das Weltklima mit unserem Lebensstiel zerstören , sollte jeder auf Urlaubsreisen über die man CO2 erzeugt vermeiden und zuhause bleiben .... Auch der Massenkonsum unserer Wegwerfgesellschsft muss nicht mit einer zusätzlichen Finanzspritze unterstützt werden ALLE loben doch die Friday for Future Bewegung die ja angeblich die Gefahr erkannt hat, also tut auch was dafür.....Urlaubsgeld wird nur zum Klimakiller
marthaimschnee 28.05.2019
2. noch ungerechter
auch nur jeder zweite bekommt Weihnachtsgeld. Und das sind normalerweise die gleichen, die auch Urlaubsgeld bekommen. Auf diese Zahlungen werden übrigens üppige Steuern fällig.
sucher533 28.05.2019
3. 100 Prozent
In der gescholtenen Zeitarbeit gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld seit 15 Jahren tarifvertraglich für jeden.
PeterGn 28.05.2019
4. Ist doch egal
Ist doch vollkommen egal, ob man Urlaubsgeld bekommt oder nicht. Wichtig ist, was am Ende in Summe rauskommt. Aktuell bekomme ich 13,5 Monatsgehälter, könnte aber auch jederzeit auf 12 Gehälter umsteigen und mein Jahresgehalt würde sich nicht einen Cent ändern. Und nu?
klaus1959 28.05.2019
5. Frauen bekommen weniger Urlaubsgeld
Egal wie blödsinnig eine Statistik ist, sobald irgendwo der Gleichstellungsbeauftragte den Finger hebt, findet sie den Weg in die Zeitung. Gibt es eine einzige Frau die im gleichen Job kein Urlaubsgeld bekommt, während ihre männlichen Kollegen es bekommen?
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