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04. Mai 2017, 17:53 Uhr

USA

Warum einige Praktikanten 8000 Dollar im Monat verdienen

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Schuften ohne Bezahlung? Darüber können einige Praktikanten in den USA nur müde lächeln. Laut einer Studie verdienen sie mehr als durchschnittliche Arbeitnehmer. Kann das sein?

Spitzenverdiener als Praktikant? Für einige ist das Realität. Sie verdienen im Praktikum mehr als die meisten Arbeitnehmer. Mehrere Tausend Dollar sind monatlich drin, zumindest laut einer Studie der Internetplattform Glassdoor, auf der Mitarbeiter ihre Firmen anonym bewerten. Die Zahlen basieren auf freiwilligen Angaben ehemaliger Praktikanten in den USA aus dem vergangenen Jahr.

In der Analyse wurden die 25 Unternehmen ermittelt, die Praktikanten am besten bezahlen. Auf Platz 1 landete Facebook. Praktikanten haben dort laut Glassdoor ein mittleres Einkommen von 8000 Dollar im Monat. Bei den angegebenen Gehältern handelt es sich um den Medianwert, der jenen Punkt markiert, über und unter dem jeweils die Hälfte der Einkommen liegt. Zu den Spitzenreitern bei der Praktikantenvergütung gehören auch Microsoft, Amazon, Apple, Google und die Deutsche Bank.

Es wurden nur Unternehmen gezählt, über die mindestens 25 freiwillige Gehaltsangaben von Praktikanten aus den USA vorlagen. Repräsentativ ist die Studie also nicht, auch mit der Rangfolge sollte man vorsichtig sein, weil sie sich schon durch wenige zusätzliche Teilnehmer verändern könnte. Was man sicher sagen kann: Es gibt unter den Praktikanten eben diese Spitzenverdiener - wie hoch ihr Anteil ist, muss offenbleiben.

Auffällig ist auch: In der Aufstellung tauchen besonders viele IT-Unternehmen auf. Sicher wird in der Boombranche oft überdurchschnittlich gezahlt. Aber eine Rolle dürfte auch spielen, dass Praktikanten in diesem Segment eher Plattformen wie Glassdoor nutzen.

Was sind das für Praktikanten, die so viel Geld verdienen?

Wer vom großen Prakti-Gehalt im Silicon Valley träumt, sollte sich klarmachen: Auch Internetriesen wie Facebook und Google zahlen niemandem mehrere Tausend Dollar fürs Kaffeekochen. Viele der Praktikanten sind hochqualifiziert, oft sind es MBA-Studenten mit Studienabschluss und Berufserfahrung.

Wer beispielsweise ein Praktikum in der Datenabteilung bei Facebook machen will, muss bereits einen Uniabschluss haben und gerade an seiner Promotion arbeiten. Das sind die Anforderungen in einer aktuellen Stellenausschreibung. Was man sonst noch mitbringen muss? Kenntnisse im Umgang mit Datenbanken und mindestens einer Programmiersprache sowie den Wunsch, schwierige Fragen mit Daten zu beantworten.

Vor diesem Hintergrund ist die bei Glassdoor angegebene Bezahlung durchaus nachvollziehbar. Was bei Facebook als "Internship" läuft, ist nicht mit einem Schülerpraktikum zu vergleichen oder einem "Reinschnuppern" in ein Unternehmen während des Studiums.

In Deutschland verdient ein Praktikant im Querschnitt etwa 1032 Euro pro Monat, wie aus dem aktuellen "Praktikantenspiegel" hervorgeht. Die Bezahlung kann jedoch je nach Branche stark abweichen. Besonders in beliebten Feldern wie Kunst und Kultur gibt es zum Teil gar keine Bezahlung. Warum verdienen die Edel-Praktikanten in den USA so viel mehr?

Beispiel Deutsche Bank

Das lässt sich am Beispiel der Deutschen Bank erklären, die auch in dem Ranking auftaucht: In Deutschland bekommen die meisten Praktikanten des Geldhauses 1600 Euro brutto, das liegt etwas über dem gesetzlichen Mindestlohn. Einige erhalten dagegen bis zu 2000 Euro brutto. "Das hängt davon ab, in welchen Bereichen sie eingesetzt werden und welche Vorerfahrungen sie mitbringen, etwa vorherige Praktika oder Bestnoten im Studium", erklärt Christine Peters von der Deutschen Bank.

Laut Glassdoor bekommt ein Praktikant in den USA bei der Deutschen Bank im Schnitt 4650 Dollar im Monat, rund 4250 Euro. "Wir wollen bei den Praktikantengehältern in den USA mit Unternehmen wie Facebook und Google konkurrieren", so Peters.

Deshalb seien Praktikantengehälter in den USA teilweise höher als in Deutschland. Die Zahlen von Glassdoor will sie jedoch nicht bestätigen. Die Bezahlung in den USA hänge auch davon ab, wo die Praktikanten arbeiten. Schließlich sei der Lebensunterhalt in New York teurer als in Jacksonville.

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