Innere Sicherheit Verfassungsschutz warnt vor Extremismus-Gefahren für die Wirtschaft

Deutsche Unternehmen müssten sich laut Verfassungsschutz gegen politischen und religiösen Extremismus wappnen. Genau hinschauen sollten die Firmen auch bei den eigenen Mitarbeitern.

Bundesamt für Verfassungsschutz (Archivbild)
DPA

Bundesamt für Verfassungsschutz (Archivbild)


Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat deutsche Unternehmen vor Bedrohungen durch politischen und religiösen Extremismus gewarnt. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass Extremisten den Wirtschaftskreislauf durch Anschläge auf unsere Infrastruktur nachhaltig stören", sagte BfV-Vizepräsident Sinan Selen.

Selen äußerte sich auf einer gemeinsamen Tagung des Verfassungsschutzes mit der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW Bundesverband). Sicherheitsbehörden hätten bereits mehrere Attacken in Deutschland verhindert.

Terroristen aus dem islamistischen und rechten Spektrum schadeten dem Wirtschaftsstandort Deutschland zudem indirekt, weil sie mit ihren Aktionen "potenzielle Fachkräfte sowie Investoren aus dem Ausland abschrecken", sagte Selen. Er nannte gewalttätige Ausschreitungen wie im vergangenen August und September in Chemnitz als Beispiel.

Linke Autonome fokussierten ihren Unmut dagegen häufig auf einzelne Unternehmen und Konzernvertreter. Sie verstünden Gewalt als notwendiges Mittel, um ihre Ziele zu erreichen. Indem sie gesellschaftliche Diskurse zu ihrem Zweck missbrauchten, verursachten sie großen wirtschaftlichen Schaden. Beispiele seien die eskalierten Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg oder die Ausschreitungen einiger Gelbwesten in Frankreich, sagte Selen.

Die Firmen sind gefordert

Die deutschen Unternehmen seien dabei nicht nur von außen bedroht: "Wir haben es in den vergangenen Jahren erlebt, dass sich Mitarbeiter radikalisiert und dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen haben", sagte Volker Wagner, Vorsitzender des ASW-Bundesverbands. Es bestehe die Gefahr, dass solche Beschäftigte das Klima in ihren Betrieben vergifteten.

"Wenn extremistische Äußerungen während der Arbeitszeit unwidersprochen im Raum stehen, werden sie schnell für die Mehrheitsmeinung gehalten", sagte Selen. Es sei Aufgabe der Chefetagen, ein tolerantes und offenes Leitbild vorzugeben und extremistischen Strömungen innerhalb der Firma zuvorzukommen.

Nötig sei es zudem, genau hinzugucken. Vertreter der sogenannten Neuen Rechten, die oft mit einer "hippen Fassade" daherkämen, seien nicht so leicht zu erkennen wie der typische Neonazi mit Springerstiefeln, so Selen.

Der Verfassungsschutz will deutschen Unternehmen nach eigener Aussage als Frühwarnsystem für Extremismus dienen. Allerdings teilt er nur bei konkreten Gefahren Informationen mit den betroffenen Firmen.

ngo/AFP/dpa

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redfish 27.03.2019
1. Wo beginnt und wo endet das?
Soll ein Mitarbeiter einer Firma, der sich auch im Kollegenkreis offen zu seiner AfD-Anhängerschaft bekennt, nun mit Repressalien am Arbeitsplatz bis hin zur Entlassung belegt werden, weil politisch unbequem? Den Linken im Lande würde das so passen - mit Blockwart-Methoden und Denunziation den politischen Gegner nicht nur mundtot machen, sondern am besten gleich ruinieren. Mir macht die veröffentlichte linke Meinungs- und Gesinnungsdiktatur in diesem Land mittlerweile echt mehr Angst als die AfD. Leider hauen auch Spiegel und SPON immer häufiger unreflektiert in diese Kerbe.
Blackbeard 28.03.2019
2.
Zitat von redfishSoll ein Mitarbeiter einer Firma, der sich auch im Kollegenkreis offen zu seiner AfD-Anhängerschaft bekennt, nun mit Repressalien am Arbeitsplatz bis hin zur Entlassung belegt werden, weil politisch unbequem? Den Linken im Lande würde das so passen - mit Blockwart-Methoden und Denunziation den politischen Gegner nicht nur mundtot machen, sondern am besten gleich ruinieren. Mir macht die veröffentlichte linke Meinungs- und Gesinnungsdiktatur in diesem Land mittlerweile echt mehr Angst als die AfD. Leider hauen auch Spiegel und SPON immer häufiger unreflektiert in diese Kerbe.
Was für ein Unsinn. Was hat das denn mit linker Politik zu tun? Die Linken sind da genauso vorsichtig, weil sie wissen, dass man diese Diskriminierung gegen rechte Meinungen auch ganz einfach dann gegen links einsetzen kann. Die Idee kommt von der Bundesregierung welche im Zentrum oder sogar leicht rechts vom Zentrum steht.
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