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Fiese Fragen Rätselraten im Vorstellungsgespräch

Beschreiben Sie einem Blinden die Farbe Gelb! Und wie viele Kalorien gibt es in einem Lebensmittelladen? Manchmal kommt's dicke bei der Bewerbung - eine Sammlung besonders kniffliger Fragen.
Fragen an Bewerber: Wie schnell fliegt eine afrikanische Brieftaube?

Fragen an Bewerber: Wie schnell fliegt eine afrikanische Brieftaube?

Foto: Corbis

"Nun sag, wie hast du's mit der Religion?" Als Margarete dem Faust ihre Gretchenfrage stellt, gab es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) noch nicht. Ein Personalchef, der einen Bewerber so direkt nach privaten Vorlieben befragt, sieht ihn möglicherweise vor Gericht wieder.

Dabei hat der moderne Personaler zumindest ein Problem mit dem Gretchen aus Goethes Tragödie gemeinsam: Mit welcher Frage erfährt man wirklich etwas über seinen Gesprächspartner?

"Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?" gilt zwar als Klassiker des Bewerbungsgesprächs, führt aber oft nicht weiter: Die Frage ist völlig erwartbar und steht in jedem Bewerbungsratgeber. Kandidaten wissen, was die andere Seite hören möchte: "In einer Position, wo ich - gemeinsam mit meinem engagierten Team - etwas für Ihre Firma bewegen kann!" Gähn.

Dann bauen Sie mal den Eiffelturm!

Wer würde den Kampf zwischen Spiderman und Batman gewinnen? Schätzen Sie die Gesamtzahl der Autos in Großbritannien! Wie würden Sie den Eiffelturm bauen? Das sind schon andere Kaliber. Sie kommen unerwartet und sind selbst mit gutem Allgemeinwissen schwer zu beantworten, manchmal auch gar nicht.

Die internationale Job-Plattform Glassdoor hat solche schwierigen Fragen gesammelt. Deren Mitglieder können anonym Firmen bewerten und Informationen über Arbeitgeber einstellen, auch über Vorstellungsgespräche. Von deutschen Jobsuchenden wurden so im vergangenen Jahr rund 1000 Fragen zusammengetragen und bewertet. Laut Glassdoor sind dies die zehn schwersten:

Aber was soll man sagen, wenn der Personaler mit solchen Fragen um die Ecke biegt? Der beste Tipp: gelassen reagieren, auch wenn das Problem auf den ersten Blick unlösbar erscheint. Und laut denken.

Denn darum geht es den Chefs in diesem Spiel. Sie erwarten keine perfekte oder nahezu korrekte Lösung. Sie wollen sich also keine richtige oder falsche Antwort abholen, sondern sehen, wie der Bewerber eine Antwort herleitet und begründet. Wer schlagfertig improvisieren kann, wer bei einem solchen "Brainteaser" analytisch und kreativ vorgeht, ist im Vorteil.

Glassdoor hat ähnliche Auswertungen für andere Länder gemacht. Hier die originellsten Fragen aus den USA, Großbritannien und Frankreich:

Foto: Jeannette Corbeau

Matthias Kaufmann (Jahrgang 1974) ist KarriereSPIEGEL-Redakteur.

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