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Vorstellungsgespräch Nächstes Mal bitte den Lebenslauf lesen

Personaler vergessen den Namen des Kandidaten, Geschäftsführer schlecken nebenbei ein Eis: Vorstellungsgespräche laufen oft nicht so ab, wie sich Bewerber das wünschen, zeigt eine Umfrage. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Vorstellungsgespräch: "Schön, dass Sie sich bewerben, Herr, äh..."

Vorstellungsgespräch: "Schön, dass Sie sich bewerben, Herr, äh..."

Foto: Corbis
Leseraufruf

Wenn auch Sie von ungewöhnlichen Erfahrungen bei Ihrem Jobinterview berichten wollen, schicken Sie uns eine Mail mit Ihren Erlebnissen. Wie lief das Vorstellungsgespräch? Hat man Sie zuvorkommend oder abweisend behandelt? Und wie haben Sie auf absurde Sprüche oder Verhaltensweisen reagiert?Leseraufruf Vorstellungsgespräch (Einsendung gilt als Zustimmung zur Veröffentlichung. Wir werden die Beispiele im Artikel anonymisieren.)

Ein Vorstellungsgespräch ist ein großer Auftritt - und ein folgenreicher dazu. Viele Bewerber bereiten sich wochenlang vor, auf alle möglichen und unmöglichen Fragen, wollen den perfekten ersten Eindruck hinterlassen. Was dabei oft vergessen wird: Nicht nur der Bewerber will sich in einem guten Licht präsentieren. Auch das Unternehmen stellt sich vor.

Das ist oft ernüchternd: In einer aktuellen Umfrage kritisieren die Bewerber, dass potenzielle Vorgesetzte oft sehr schlecht vorbereitet zum Gespräch erscheinen. Wenn sie die Bewerbungsunterlagen überhaupt kennen, dann wurden sie nur hastig vor dem Termin überflogen. Nur gut die Hälfte der Kandidaten hat den Eindruck, dass der Chef sich wirklich mit der Bewerbung beschäftigt hat.

Führt das Gespräch ein Mitarbeiter der Personalabteilung, liegt der Wert immerhin bei 73 Prozent - richtig beeindruckend ist aber auch das nicht. Und aus Sicht der Bewerber ist das Gespräch mit dem Personaler ohnehin meist nur zweite Wahl. Schließlich wollen sie die Leute kennenlernen, mit denen sie vielleicht in den nächsten Jahren eng zusammenarbeiten.

Eis am Stiel beim Interview

Das wünschen sich 89 Prozent der Teilnehmer der Umfrage der Recruiting-Plattform Softgarden. "Unbedingt sprechen" wollen fast alle mit Führungskräften des Unternehmens, 52 Prozent auch mit künftigen Kollegen und lediglich 44 Prozent mit Mitarbeitern der Personalabteilung. Ebenso eindeutig ist die Antwort auf die Frage, wer über eine Einstellung entscheiden soll: Für 75 Prozent der Kandidaten sollen es Vorgesetzte sein, nur für zwölf Prozent die Personalabteilung.

Diese Ergebnisse hat Softgarden im Januar bei einer Umfrage auf ihrem eigenen Bewerbungsportal ermittelt. Repräsentativ sind sie nicht, trotz einer Zahl von fast 1200 Teilnehmern, Durchschnittsalter 32 Jahre. Doch angesichts dieser Größenordnung sollten Unternehmen das Thema ernst nehmen. Die Ergebnisse passen leider auch zu den Erfahrungen vieler Arbeitnehmer: Sei es, dass sie im Vorstellungsgespräch mit falschem Namen angeredet wurden, oder dass der Geschäftsführer während des Gesprächs ein Eis am Stiel gegessen hat.

Für das Image des Unternehmens sind solche Bewerbererfahrungen verheerend, denn sie sprechen sich herum. Wer so was erlebt, rät Freunden und Bekannten von einer Bewerbung dort ab, manche boykottieren sogar die Produkte der Firma.

Die Teilnehmer der Softgarden-Umfrage haben auch ihre Wünsche für bessere Vorstellungsgespräche aufgeschrieben. Die prägnantesten:

Wir möchten von Ihnen, liebe Leser, wissen: Welche ungewöhnlichen Erfahrungen haben Sie im Vorstellungsgespräch gemacht? Sind Sie auf gepflegtes Desinteresse gestoßen? Oder ganz besonders aufmerksam behandelt worden? War das Verhalten der Personalers eher schräg - oder vielleicht unerwartet herzlich? Und: Wie haben Sie reagiert?

Foto: Jeannette Corbeau

Matthias Kaufmann (Jahrgang 1974) ist KarriereSPIEGEL-Redakteur.

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