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Lebenslanges Lernen Weiterbildung nicht mehr so gefragt

Die Lust auf Weiterbildung und lebenslanges Lernen sinkt - und es gibt enorme regionale Unterschiede. Eine neue Studie zeigt: In Baden-Württemberg wird noch deutlich mehr gelernt als im Rest der Republik.
Teilnehmer bei einem Weiterbildungsseminar

Teilnehmer bei einem Weiterbildungsseminar

Foto: imago

Durchschnittlich jeder achte Deutsche über 25 Jahre (12,3 Prozent) nimmt mindestens einmal jährlich an einer Weiterbildung teil - doch die Nachfrage nach klassischen Weiterbildungsangeboten ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Zwischen den Bundesländern, manchmal aber auch zwischen benachbarten Landkreisen gibt es zum Teil gravierende Differenzen. Das zeigt eine neue Studie.

In der brandenburgischen Prignitz etwa besucht nur jeder 34. Einwohner jährlich eine berufliche oder allgemeine Weiterbildung (2,9 Prozent), in Darmstadt dagegen nahezu jeder vierte (23,1 Prozent) - fast achtmal so viel. Das geht aus dem am Montag in Gütersloh veröffentlichten Deutschen Weiterbildungsatlas  der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Deutschlandweit am schwächsten ist die Weiterbildungsquote außerdem in der Grafschaft Bentheim (3,1 Prozent) und im Landkreis Fürstenfeldbruck (3,4 Prozent). "Weiterbildungschancen in Deutschland sind regional zu ungleich verteilt. Damit wird Chancengerechtigkeit bei beruflichem und sozialem Aufstieg eingeschränkt", bewertet Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse.

Bei den Bundesländern steht Baden-Württemberg an der Spitze, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Am geringsten ist die Lust auf Weiterbildung im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern, NRW und in Sachsen-Anhalt. Auffällig ist, dass in vielen Bundesländern die Weiterbildungsquote etwas gesunken ist. Auch im bundesweiten Durchschnitt ging die Teilnahmequote von 12,6 Prozent (2012) auf 12,3 Prozent (2013) zurück.

Der Atlas wertet die Daten des amtlichen Mikrozensus' 2012 und 2013 für Menschen im Alter ab 25 Jahren aus und zeigt, in welchen Regionen Weiterbildung am meisten nachgefragt wird. So sind nach Angaben der Bildungsforscher die Unterschiede in den Landkreisen zu etwa einem Drittel durch Unterschiede in der Sozial- und Wirtschaftsstruktur zu erklären.

Ein generell hohes Qualifikationsniveau der Bevölkerung und eine gute wirtschaftliche Lage führen demnach zu höheren Teilnahmequoten. Zu zwei Dritteln spielen allerdings Faktoren wie die Qualität des Angebots eine große Rolle, das etwa auf den örtlichen Bedarf zugeschnitten sein muss. "Kooperationen zwischen kommunalen Akteuren können helfen, ein solches Angebot zu schaffen und bei wirtschaftlichen oder demografischen Veränderungen sinnvoll anzupassen", sagt Josef Schrader, einer der Autoren der Studie.

him/afp
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