Erste Hilfe Karriere Probezeit vergeigt - und jetzt?

Sie haben etwas geklaut, so'n blödes Excel nicht verstanden, zu oft krank gefeiert? Ihr Chef hat Sie deshalb noch in der Probezeit gefeuert? Bewerbungshelfer Gerhard Winkler zeigt, welcher von sieben Flop-Typen Sie sein könnten und wie's beim nächsten Mal nicht so schlimm wird.

Entlassung in der Probezeit: Jetzt bloß nicht verunsichern lassen
Corbis

Entlassung in der Probezeit: Jetzt bloß nicht verunsichern lassen


Zum Job angetreten, Latte gerissen, der Chef schmeißt Sie raus: Sie sind gescheitert - in der Probezeit. Das ist erst mal schlimm. Aber nehmen Sie es sportlich. Regeln Sie zunächst vor allem die Sache mit dem Arbeitszeugnis. Analysieren Sie kühl und ziehen Sie daraus für sich eine Lehre.

Bereiten Sie sich anschließend gut auf die nächste Bewerbung vor. Finden Sie die richtige Sprachregelung für Lebenslauf und Anschreiben. Reden Sie das Aus nicht gut und sich selber nicht schlecht.

Keiner ist zum Scheitern geboren, aber einige Jobeinsteiger scheinen regelmäßig auf den Untergang zuzusteuern. Meist gehören sie zu einem von sieben Flop-Typen. Um den Rausschmiss zur frühen Zeit nicht schon wieder heraufzubeschwören, hilft es zuweilen, am neuen Arbeitsplatz entgegen seinem Typ zu agieren. Fragen Sie sich also ehrlich: Welcher Flop-Typ sind Sie?

1. Der Letzte

In jedem Team gibt es einen, der weniger bringt als die anderen. Ist diese Person nun ausgerechnet in der Probezeit, schießt ihn die Firma ohne größeren Aufwand wieder zurück ins All.

Typische letzte Worte: "Wo hat sich dieses Excel nun schon wieder versteckt?"

Tipp: Wenn Sie einen Abstiegsplatz belegen, kämpfen Sie für alle sichtbar! Dann zeigen die Kollegen, wenn man Sie kurz vor dem Fristablauf freisetzt, wenigstens nicht bloß Genugtuung, sondern auch ein bisschen Mitleid.

2. Der Anzweifler

In der Probezeit über sich selbst zu stolpern, ist dumm. Über seinen Chef zu stolpern, ist strohdumm. Jeden Einwurf, jeden Kommentar, jede Gegenrede fasst der übliche Vorgesetzte als das auf, was es ist: als Zweifel an seiner Führung.

Typische letzte Worte: "Lassen Sie mich wenigstens das noch sagen …"

Tipp: Wenn eine weisungsbefugte Person wirklich nachgeben möchte, legt sie sich dazu auf den Rücken. Sie streckt alle Viere weit von sich, klemmt den Schwanz ein und japst freundlich-aufgeregt. Haben Sie das schon einmal erlebt? Natürlich nicht, denn ein Chef ist kein Dackel, auch wenn Sie ihn aus der Höhe Ihrer Qualifikation dafür halten.

  • Corbis
    Wer arbeitet, macht auch Fehler. Kleine und größere Fehlschläge sind immer drin - aber man kann das Risiko senken oder wenigstens klug damit umgehen. Ob Ihre Ziele realistisch sind, wann Ehrgeiz in Verbissenheit umschlägt:
  • Der Selbsttest hilft bei der Einschätzung. mehr...
3. Der Unruhestifter

Immer dann, wenn Sie sich mit einem Kollegen auseinandersetzen, setzen Sie sich solange nicht mit Ihrer Arbeit auseinander. Sobald Sie eine vorgesetzte Person hinzuziehen, arbeiten schon einmal garantiert drei Leute nicht. Ihretwegen! Das sind bereits drei triftige Gründe, Ihnen in der Probezeit wegen Ihrer Obstruktion zu kündigen.

Typische letzte Worte: "Das werden Sie noch bereuen!"

Tipp: Prüfen Sie zunächst, ob ein begründeter Anlass vorliegt, die Polizei, den Notarzt oder den Werkschutz zu rufen. Nein? Dann geben Sie Ruhe und arbeiten Sie still alle Ihre Aufgaben ab.

4. Der Arbeitszeitverkürzer

Die ersten Tage im Job sind auch dafür da, um zu verstehen, wer in der Organisation wie viel Zeit für seine Arbeit einsetzt. Der Arbeitszeitverkürzer verlässt seinen Platz spätestens nach Ablauf seiner vorgeschriebenen Arbeitszeit und macht Pausen schon mal länger.

Typische letzte Worte: "War ich lange weg?"

Tipp: Sie dürfen unter keinen Umständen die vertraglich vereinbarte Zahl der Wochenstunden unterschreiten. Kommen Sie morgens etwas früher. Verschwinden Sie nicht gleich mit dem Pfiff der Sirene. Dehnen Sie keine Pause aus und absentieren Sie sich nicht zwischendrin. Ihre Kollegen beobachten Sie mit der Stoppuhr in der Hand.

Erste Hilfe Karriere
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5. Der Einstecker

Wenn man noch jung ist (oder schon älter) und schlecht bezahlt wird (das wird man immer), und man stellt fest, dass am Arbeitsplatz etliche Dinge einfach so herumliegen und gar nicht verbraucht oder verzehrt werden, dann sollte man auf keinen Fall bis zu der Idee weiter denken, dass es einem als Freibeuter der Konzerne geradezu aufgetragen ist, ordnend in die Besitzverhältnisse einzugreifen.

Typische letzte Worte: "Das hat mir einer in meine Bag gesteckt!"

Tipp: Unehrlichkeit ist einfach nur Ausdruck einer mentalen Korruption (so wie Korruption ein Zeichen allgemeiner Unehrlichkeit ist). Murmeln Sie nicht etwas von minimalen Beträgen. Es ist ausschließlich Ihr Verhalten, das sich aufsummiert.

6. Der (eingebildete) Kranke

Wer zwei-, dreimal im Jahr seine Erkältungswoche feiert, die er natürlich nur naturheilkundlich bewältigt, der lässt es nicht zu, dass irgendeine Jobanforderung mit seinem natürlichen Recht auf das Entspannungsbad interferiert. Die Grippe naht besonders dann mit Wucht, wenn im Team besonders viel zu tun ist oder wenn das passiv-aggressive Verhalten des Chefs bzw. der Kollegen gerade die Psyche besonders stark angreift. Kein Wunder, dass die Abwehrkräfte im Keller sind und man eine kleine Auszeit braucht! Auch Gandhi zog sich bisweilen zum Heil-Yoga zurück.

Typische letzte Worte: "Ich bin erst einmal bis Freitag krankgeschrieben."

Tipp: Probieren Sie aus, wie gut es sich mit schwerem Kopf, matten Gliedern und intermittierender Klarsicht arbeiten lässt. Jeder bewundert Ihr eisenhartes Naturell. Jeder lässt Sie in Ruhe. Man bringt Ihnen Masir-Minze-Tee. Trinken Sie ihn, solange er heiß ist.

7. Der (feine) Pinkel

Der Job ist unter seinem Niveau. Der Boss ist weit unter seinem Niveau. Die Kollegen sind jenseits von grenzwertig. Die Bezahlung? Lachhaft! Den feinen Pinkel erkennt man daran, dass er am ersten Tag sehr viel besser angezogen ist als sein Vorgesetzter, am zweiten Tag ostentativ besser und am dritten Tag...ist er schon wieder weg. Die Kündigung wird mit der Post nachgeschickt; eine halbleere Kaffeetasse und ein zerpflücktes Croissant erinnern noch ein paar Stunden an ihn.

Typische letzte Worte: "Da verbringt ihr eure Mittagspause? Ehrlich?"

Tipp: Wenn Sie auch sonst gern in Verpflichtungen hineinstolpern, aus denen Sie nicht schadenfrei wieder herauskommen, dann gewöhnen Sie es sich an, um einen Tag Bedenkzeit zu bitten. Wie oft waren Sie schon Feuer und Flamme? Und wie schnell ist das, sofort nachdem Sie ja gesagt haben, wieder verpufft? Geben Sie Ihrem Unterbewusstsein, Ihrem Instinkt, Ihrem klaren Verstand die Zeit, um sich zu melden.

Sie finden sich unter den sieben Flop-Typen nicht wieder? Oh, ich vergaß, Ihr tapferes Lächeln zeigt an, Sie gehören zum Sondertyp Nummer 8!

8. Der Fröhlich-Naive

Er hat versehentlich in einem Horrorhaus angeheuert.

Typisch letzte Worte: Keine, er ist vor Entsetzen sprachlos.

Tipp: Gehen Sie zurück in das vermeintliche Wolfsgehege. Dringen Sie vor bis zum Oberpudel. Insistieren Sie auf ein Zeugnis, das alle Ihre Aufgaben verzeichnet, Ihre Leistungen benennt und auch Ihre Befähigung, Ihre Leistungsbereitschaft und Ihr Sozialverhalten positiv bewertet. Der Kündigungsgrund wird nicht benannt - was Ihnen im nächsten Interview die Gelegenheit verschafft, eine diplomatische Sprachregelung zu finden. Umreißen Sie alle Ihre Jobleistungen auch im Anschreiben und im Lebenslauf. Verzichten Sie dort darauf, das kurze Jobverhältnis zu erklären. Ihr Anschreiben ist ein Leistungsangebot und keine Weißwaschanlage.

Sobald der Rekrutierer im nächsten Gespräch die Jobetappe anspricht oder spätestens dann, wenn Sie beim Vortrag Ihrer Bewerberstory darauf kommen (Sie kommen nicht drum herum!), achten Sie auf folgende Punkte:

  • Umreißen Sie immer zuerst Ihren Auftrag, Ihre Mission. Definieren Sie dabei Ihre Zuständigkeiten, zählen Sie Ihre alltägliche To-do-Liste auf. Unterschlagen Sie nicht die eigenen Mini-Erfolge, Fleißpunkte, guten Zwischenergebnisse ebenso wie den kleinen Wurf oder den Zufallstreffer. Schließen Sie diesen ersten Teil mit einem Fazit ab, warum der Job an sich okay war.
  • Finden Sie auch am Vorgesetzten, am Team, an der Organisation etwas, das richtig gut war. Fassen Sie kurz zusammen, was man noch von Ihnen erwartet hat. Geben Sie kurz an, warum Sie das nicht geben wollten oder konnten. Sagen Sie an, was Sie daraus gelernt haben und wieso die Vertragsauflösung für Sie auch ein Gutes hat.
  • Vermeiden Sie strikte Schuldzuweisungen, Psycho-Talk oder Selbstabwertungen strikt. Stoppen Sie Ihre Rede, noch bevor sie sich in Nebensätzen und Erklärungen verliert. Sprechen Sie verständig über das, was von Ihnen arbeitsmäßig zu leisten war. Wechseln Sie nie von der Ich-Form in die unpersönliche dritte Person. Statt: "Man konnte es leider keinem recht machen." - "Ich habe es meinem Vorgesetzten Herrn Müller nicht recht gemacht." Streichen Sie die Worte "leider", "zugegebenermaßen" oder "Problem" aus Ihrem Vokabular. Sie kommen auch ohne aus.

Alle Jobbeziehungen enden. Diese eine endete je nach Standpunkt vorzeitig oder gerade rechtzeitig. Wenn es der erste ernsthafte Job nach dem Studium war, schmerzt der Flop besonders. Aber Sie wissen es doch aus der Sportwelt: Jedes Talent blüht in der richtigen Mannschaft, unter dem richtigen Trainer auf. Vergeuden Sie nicht Ihre Zeit mit Trauerarbeit. Der nächste Jobanbieter wartet und braucht Sie.

insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
Newspeak 07.03.2013
1. ...
Diese Berichte sind irgendwie langweilig. Man soll einerseits immer authentisch sein, denn das mögen ja die Mitmenschen, andererseits trägt jeder nur seine Fassade vor sich her, denn immer wenn es mal ernst oder weniger harmonisch werden könnte, dann ist das ja nicht erwünscht. Statt einfach auch mal krank zuhausezubleiben, soll man dann eben ineffektiv seinen Job machen. Warum eigentlich? Statt die Dinge beim Namen zu nennen, soll man sie beschönigen. Ok, das funktioniert genau so lange, wie das Vorstellungsgespräch dauert. Anschließend ist es genau die Diskrepanz zwischen der Beschönigung und der Wirklichkeit, die negativ auffällt. Vielleicht sollte die Welt weniger verlogen sein und die Ansprüche einfach mal kollektiv heruntergefahren werden. Denn das Eine was der Chef beim Mitarbeiter vermisst, vermissen diese in anderer Weise bei ihm. Alles andere ist Unsinn.
unkunkel 07.03.2013
2. optional
Ich hoffe doch mal stark, dass insbesondere die Ratschläge zu Typ 4 und 6 nicht ganz ernst gemeint sind. Pausen überziehen geht nicht, na klar. Aber warum sollte ich gezwungen sein, abends länger zu bleiben, nur damit die Kollegen nicht den Eindruck von mir bekommen, Freizeit wäre mir wichtiger als die Arbeit? Danken tut es einem ja keiner, wenn man länger bleibt, und bezahlt werde ich auch nur für die vertraglich festgeschriebene Stundenzahl. Solange Frist- und eilige Sachen erledigt sind, sehe ich kein Problem, immer regelmäßig Feierabend zu machen. Dass man nicht alles stehen und liegen lassen kann, sollte ja jedem klar sein. Und zu Punkt 6: Ich werde ganz sicher den Teufel tun und mich krank auf Arbeit schleppen. Abgesehen davon, dass es einem (wie auch sonst immer) keiner dankt, ist man auch einfach nicht 100 % leistungsfähig. Was nützt es dem Chef oder den Kollegen, wenn ich zwar physisch anwesend bin, aber dumme Fehler mache, weil ich mich schlecht fühle? Wer krank ist, hat zu Hause zu bleiben. Und auch eine Erkältung reicht schon aus, um völlig ausgeknockt zu werden. Bevor man die ganze Belegschaft mit seinen Viren ansteckt UND zusätzlich noch Dusselfehler macht, sollte man sich doch einfach lieber zu Hause drei oder auch fünf Tage ausruhen.
chaoos 07.03.2013
3.
Zitat von NewspeakDiese Berichte sind irgendwie langweilig. Man soll einerseits immer authentisch sein, denn das mögen ja die Mitmenschen, andererseits trägt jeder nur seine Fassade vor sich her, denn immer wenn es mal ernst oder weniger harmonisch werden könnte, dann ist das ja nicht erwünscht. Statt einfach auch mal krank zuhausezubleiben, soll man dann eben ineffektiv seinen Job machen. Warum eigentlich? Statt die Dinge beim Namen zu nennen, soll man sie beschönigen. Ok, das funktioniert genau so lange, wie das Vorstellungsgespräch dauert. Anschließend ist es genau die Diskrepanz zwischen der Beschönigung und der Wirklichkeit, die negativ auffällt. Vielleicht sollte die Welt weniger verlogen sein und die Ansprüche einfach mal kollektiv heruntergefahren werden. Denn das Eine was der Chef beim Mitarbeiter vermisst, vermissen diese in anderer Weise bei ihm. Alles andere ist Unsinn.
Danke für diesen Beitrag! Wenn ich diesen Unsinn hier lese beschleicht mich aber eh das Gefühl der Autor hatte irgendwie immer Pech mit seinen Arbeitgebern oder er hat schlicht keine Ahnung von der Realität.
Aquifex 07.03.2013
4.
Zitat von unkunkelIch hoffe doch mal stark, dass insbesondere die Ratschläge zu Typ 4 und 6 nicht ganz ernst gemeint sind. Pausen überziehen geht nicht, na klar. Aber warum sollte ich gezwungen sein, abends länger zu bleiben, nur damit die Kollegen nicht den Eindruck von mir bekommen, Freizeit wäre mir wichtiger als die Arbeit? Danken tut es einem ja keiner, wenn man länger bleibt, und bezahlt werde ich auch nur für die vertraglich festgeschriebene Stundenzahl. Solange Frist- und eilige Sachen erledigt sind, sehe ich kein Problem, immer regelmäßig Feierabend zu machen. Dass man nicht alles stehen und liegen lassen kann, sollte ja jedem klar sein. Und zu Punkt 6: Ich werde ganz sicher den Teufel tun und mich krank auf Arbeit schleppen. Abgesehen davon, dass es einem (wie auch sonst immer) keiner dankt, ist man auch einfach nicht 100 % leistungsfähig. Was nützt es dem Chef oder den Kollegen, wenn ich zwar physisch anwesend bin, aber dumme Fehler mache, weil ich mich schlecht fühle? Wer krank ist, hat zu Hause zu bleiben. Und auch eine Erkältung reicht schon aus, um völlig ausgeknockt zu werden. Bevor man die ganze Belegschaft mit seinen Viren ansteckt UND zusätzlich noch Dusselfehler macht, sollte man sich doch einfach lieber zu Hause drei oder auch fünf Tage ausruhen.
Naja, man dankt es Ihnen damit, daß Sie den Job auch über die Probezeit hinaus behalten dürfen. Schon in der Probezeit mit der vereinbarten täglichen Arbeitszeit zu kommen, kommt zu recht ziemlich schlecht an. Da gebe ich Ihnen komplett recht. Auf der anderen Seite ist schon klar, worauf der Autor hinaus will. Viele "Kranke" sind eigentlich gar nicht krank, sonder tun sich leid. Das will zwar dann keiner hören, man muß aber nicht gleich eine Woche zu Hause bleiben, weil man meint, daß es im Hals kratzt. ..und das habe ich schon ziemlich oft erlebt...
kfp 07.03.2013
5.
Zitat von AquifexNaja, man dankt es Ihnen damit, daß Sie den Job auch über die Probezeit hinaus behalten dürfen. Schon in der Probezeit mit der vereinbarten täglichen Arbeitszeit zu kommen, kommt zu recht ziemlich schlecht an. Da gebe ich Ihnen komplett recht. Auf der anderen Seite ist schon klar, worauf der Autor hinaus will. Viele "Kranke" sind eigentlich gar nicht krank, sonder tun sich leid. Das will zwar dann keiner hören, man muß aber nicht gleich eine Woche zu Hause bleiben, weil man meint, daß es im Hals kratzt. ..und das habe ich schon ziemlich oft erlebt...
Merke: An Vereinbarungen ist sich nicht zu halten, besonders nicht in der Probezeit... Das ist genau die Heuchelei, die, wie im ersten Beitrag hier bemerkt, die Arbeitswelt inzwischen so durchdrungen hat, dass es mittlerweile den meisten schon gar nicht mehr auffällt, wie verlogen das alles ist. Der Witz ist aber: Auch wenn man alles "richtig" macht, sprich, Vereinbarungen zu Arbeitszeit, Krankheiten, inhaltlichem Anspruch einfach ignoriert und stattdessen fröhlich lächelnd die implizit erwarteten Überstunden mit 38 Fieber und dröhnendem Schädel ableistet, dabei kritiklos wider besseres Wissen alle, selbst die noch so unsinnigsten erbetenen Aufgaben mit angemessener Kleidung und Unterwürfigkeit ausführt, sich bei sinnvollen Verbesserungsvorschlägen die Zunge abbeißt bzw. den Vorschlag und die Lorbeeren älteren, verdienten Kollegen überlässt... Dann kommt am letzten Tag der Probezeit doch die Kündigung, weil gerade Wirtschaftskrise herrscht, oder der Chef wechselt, oder eine Fusion die Abteilung aufgefressen hat, oder der Chef als "ausgeweitetes Interview" gleich eine Handvoll Leute zur Probe eingestellt hat, obwohl er von vorneherein nur einen behalten wollte.
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