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Job & Karriere

Zehn Beweise Hilfe, ich werde Spießer!

Der Job formt den Menschen. Berufsstarter bemerken schnell schleichende Veränderungen: Trage ich bald beigefarbene Schuhe? Ist eine Putzfrau okay? Bin ich etwa auf Malle? Zehn Belege für die Verspießerung einer Festangestellten.
Argwöhnische Kollegenblicke: Huch, die war doch früher mal ganz anders?

Argwöhnische Kollegenblicke: Huch, die war doch früher mal ganz anders?

Foto: Corbis
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1. Meine Wohnung ist keine Jugendherberge!

Noch schöner als fünf Jahre Studentenleben in der Dreier-WG ist nur: Wohnen in den eigenen vier Wänden. Wehe, es fragen mich alte Studienkumpels auf Durchreise, ob sie ihren Schlafsack bei mir ausrollen dürfen. Dann erfinde ich Ausreden - ich will meine Ruhe! Und früh aufstehen muss ich auch. So.


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2. Endlich: Ich kann guten Rotwein erkennen

Der schwere Rote, den wir Mitarbeiter dieses Jahr als Weihnachtsgeschenk vom Chef überreicht bekamen, war dann doch deutlich vollmundiger als der südafrikanische Shiraz vom Discounter.


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3. Brauche ich eine Putzfrau?

Unbedingt. Außerdem brauche ich einen Trockner, eine Spülmaschine und einen Kühlschrank, der Eiswürfel machen kann. Ich arbeite doch so viel, da muss ich mir Freizeit erkaufen - indem ich in Haushaltshelfer investiere.


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4. Bin ich etwa auf Malle?

Niemals wollte ich Pauschalurlaub machen. Aber die Landschaft! Die einmaligen Wanderwege! Es war ein unglaublich erholsamer Urlaub im - liebes, altes Campingzelt, vergib mir! - Bettenbunker mit Meerblick.


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5. Ich rege mich übers Wetter auf

In der Kaffeeküche, im Fahrstuhl, in der Damentoilette: Erwerbstätige schimpfen übers Wetter. Und ich mittendrin. Der Wind! Der viele Schnee! Die Hitze heute! Und ausgerechnet am Wochenende soll es regnen! Verdammt. Da wollte ich doch schön wandern gehen. Immerhin: noch nicht in beigefarbenen Gesundheitsschuhen.


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6. Breaking Bad

Mein Feierabend feiert ohne mich. Ich hocke in Jogginghose auf der Couch und gucke Serien, in denen Menschen noch richtig was erleben. Mein Tipp: "Breaking Bad", das Leben eines Chemielehrers, der als Drogendealer groß rauskommt.


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7. Finger weg von meiner Büro-Tasse!

Meine neue Vorliebe für Filterkaffee lässt sich vielleicht noch als Hipster-Marotte verklären. Die Herzchen-Tasse, die ich jeden Abend diebstahlsicher im Rollcontainer unter meinem Schreibtisch verschwinden lasse, leider nicht.


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8. Ja, das Grüne auf dem Fenstersims ist eine Orchidee

Sie steht dort seit etwa einem halben Jahr. Was richtig krass ist: Sie blüht immer noch. Herrje: Sagt die Jugend von heute überhaupt noch "krass"?


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9. Ein Helm muss her!

Jeder behauptet, er sehe doof aus mit Fahrradhelm. Bei mir stimmt es wirklich. Ist mir aber egal. Sicherheit geht vor Style. Und morgen kaufe ich mir Hosenbeinklemmen.


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10. Turnschuhe sind zum Joggen da

Ich kann auf hohen Absätzen nicht laufen. Egal, ich habe mir trotzdem schwarze Pumps gekauft. Turnschuhe im Büro sind was für junggebliebene Männer mit Anzug und damit: irgendwie uncool.


Was macht der Job mit Ihnen so? Bemerken Sie ebenfalls erste Metamorphosen, leiden Sie gar unter einer handfesten "Déformation professionelle"? Und woran haben Sie's erkannt? Wir freuen uns über schöne Beispiele. Nennen Sie uns gern weitere Indizien für eine Verspießerung im Beruf (auf Wunsch anonym), am besten mit einer kurzen Beschreibung, mit Angabe Ihres Berufes und Alters - und schicken Sie uns eine Mail  .

Aus SPIEGEL JOB 1/2013

Anna Kistners Text zur Verspießerung ist aus dem Magazin SPIEGEL JOB mit Beiträgen aus der Berufswelt - für Einsteiger, Aufsteiger, Aussteiger. Weitere Themen: Die Andersmacher der "Generation Y". Gripsgewinnler - Karrierefaktor Intelligenz. Geschichten vom Gelingen und Scheitern. Wie junge Deutsche ihr Glück in Hollywood versuchen. Und noch viel mehr. Schauen Sie doch mal rein.Heft bei Amazon: SPIEGEL JOB 1/2013 

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