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Studie über Diensthandys Immer erreichbar, immer erschöpft

Der Feierabend ist nicht mehr das, was er verspricht: Laut einer Studie schauen zwei Drittel aller Angestellten abends regelmäßig aufs Handy und checken E-Mails aus dem Büro - und schlafen danach schlechter.
Zwei Drittel aller Angestellten checken ihre Dienstmails auch nach Feierabend

Zwei Drittel aller Angestellten checken ihre Dienstmails auch nach Feierabend

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

"Nur noch kurz die Welt retten...", "...nur noch 148 Mails checken..." - der Songtext von Tim Bendzko gibt offenbar das Leben in vielen deutschen Wohnzimmern wieder. Denn laut einer Studie der Universität Kassel sind rund zwei Drittel aller Beschäftigten auch nach Feierabend immer mal wieder mit dem Kopf im Büro. Demnach opfern Angestellte, die geistig arbeiten, bis zu 46 Minuten ihrer freien Zeit, um zu telefonieren, ihre E-Mails zu checken oder beruflich im Internet zu surfen.

Trotzdem erholen sich auch Menschen, die die ständige Erreichbarkeit nicht als schlimm empfinden, tendenziell schlechter, so die Ergebnisse der Untersuchung.

Für die Studie befragten Sandra Ohly, Wirtschaftspsychologin an der Universität Kassel, und ihr Team im Sommer 2014 bundesweit 138 Beschäftigte in verschiedenen deutschen Unternehmen. Diese führten ein Tagebuch, in das sie eine Woche lang morgens vor der Arbeit, nachmittags nach der Arbeit und am Abend notierten, wie sie Internet und Mobilfunk für berufliche Zwecke nutzten. Unter anderem hielten sie auch fest, wie sie sich fühlten.

Das Ergebnis: Die Teilnehmer bearbeiteten nach Feierabend im Schnitt 26 Minuten lang berufliche E-Mails oder nahmen Anrufe von Kollegen oder Kunden entgegen. Betrachtet man nur diejenigen Tage, an denen der Feierabend überhaupt unterbrochen wurde, waren es sogar 46 Minuten.

Lediglich zehn Prozent aller Teilnehmer gaben an, den Feierabend nie zu unterbrechen, weitere 21 Prozent tun dies selten. Hingegen greifen 20 Prozent "manchmal" für das Unternehmen zu Smartphone oder fahren den Rechner hoch, 27 Prozent häufig, 14 Prozent immer. Ein Großteil der Befragten ist damit aber offensichtlich grundsätzlich einverstanden. Nur zwölf Prozent waren unzufrieden oder sehr unzufrieden, auch noch nach Feierabend gestört zu werden.

Auch wenn viele Teilnehmer die ständige Erreichbarkeit generell als positiv bewerteten, notierten dieselben Beschäftigten dennoch vergleichsweise häufig, dass es belastend sei, nach Feierabend noch E-Mails beantworten zu müssen. Und: Sie notierten am Morgen häufig eine schlechtere Stimmung, klagten über weniger Vitalität und tendenziell über eine schlechtere Schlafqualität.

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sid