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»Absolutes Auge« Heinz Berggruen

aus DER SPIEGEL 20/1988

Mit 74 blickt Heinz Berggruen auf eine bemerkenswerte Laufbahn als Kunstkenner, -forscher und vor allem -händler zurück. Doch: »Mein bester Kunde«, sagt er, »war ich.« Glaubhaft gemacht wird das derzeit im New Yorker Metropolitan Museum, das erstmals komplett eine ihm 1984 von Berggruen geschenkte Paul-Klee-Kollektion (mit 90 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen eine der größten der Welt) ausstellt, sowie demnächst im Genfer Musee d'Art et d'Histoire. Dort werden, gleichfalls eine Premiere, ab 16. Juni 100 klassisch-moderne Meisterwerke aus Berggruens Besitz gezeigt. Der Kunstfreund, der 1932 aus Deutschland emigriert war, in Frankreich und den USA studierte, als Kritiker und Museumsmann tätig war, bevor er im Nachkriegs-Paris mit alten Büchern, dann mit Graphik zu handeln anfing, hat allein 12 Werke von Cezanne, 13 von Matisse und 14 von Seurat für sich behalten, darunter eine Version des berühmten »Modelle«-Gemäldes ("Les Poseuses"). Auf Leute mit absolutem Gehör ist Berggruen neidisch, aber das »absolute Auge« traut er sich schon zu.

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