Reporter ohne Grenzen Angriffe auf Journalisten in Afghanistan nehmen zu

Laut Reporter ohne Grenzen nimmt die Gewalt gegen Journalisten unter der Taliban-Herrschaft zu – auch gegen internationale Berichterstatter.
Afghanische Journalisten Neamatullah Naqdi und Taqi Daryabi

Afghanische Journalisten Neamatullah Naqdi und Taqi Daryabi

Foto: Bernat Armangue / AP

Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kommt es in Afghanistan vermehrt zu Angriffen, Verhaftungen und Misshandlungen von Journalisten. In den ersten Tagen der Taliban-Herrschaft seien tätliche Übergriffe noch eine – wenn auch traurige – Ausnahme gewesen, so die Organisation in einer Pressemitteilung. Ab dem 7. September habe RSF allerdings eine steigende Zahl von Behinderungen journalistischer Arbeit beobachtet.

»Die Gewalt der vergangenen Tage bedeutet einen alarmierenden Wendepunkt im Verhalten der Taliban«, so RSF-Geschäftsführer Christian Mihr in einer Pressemitteilung. »Nicht einmal einen Monat nach ihrer Machtübernahme scheint es, als ließen die Taliban ihre Masken endgültig fallen. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter hinschauen, auch wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Medien leider schon schwindet.«

Berichte über Übergriffe und Schläge

Es seien mehrere Journalisten festgehalten und misshandelt worden, während sie über den Protest von Frauen in Kabul berichteten. Die afghanischen Journalisten Neamatullah Naqdi und Taqi Daryabi seien mit Kabeln verprügelt worden, Naqdi musste im Krankenhaus behandelt werden.

Anders als bisher würden nun auch internationale Berichterstatter an der Arbeit gehindert, so RSF weiter. Der US-amerikanische Fotograf Marcus Yam sei ebenfalls daran gehindert worden, über den Frauenprotest zu berichten. Auch weitere internationale Reporterinnen und Reporter hätten der Organisation von Übergriffen und Schlägen berichtet.

xvc
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