Alltagsrassismus Lässig fahrlässig

Ein Gastbeitrag von Friedemann Karig
Ein Gastbeitrag von Friedemann Karig
Wer sich gegen Straßen-Umbenennungen sträubt, verweist oft auf den geschichtlichen Kontext: Ein heute umstrittener Name sei vor 300 Jahren gut gemeint gewesen. Diese Argumentation ist ahistorisch.
U-Bahnschild in Berlin: "Die Absicht ist in der Auseinandersetzung mit Rassismus nicht maßgebend."

U-Bahnschild in Berlin: "Die Absicht ist in der Auseinandersetzung mit Rassismus nicht maßgebend."

Foto: OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterstock
Zur Person
Foto: Basti Mowka
Zurechtgefeilt von Missbrauch und Unterdrückung ist der Begriff des M*** bis heute spitz und scharf; er verletzt die eine Seite wie ein Messer, mit dem weiter fröhlich durch die Gegend wirft, wer nur den stumpfen Griff fühlen will.
Die ewige Wiederholung der Absichtsargumentation geht geradewegs ins Narzisstische, wo sie die eigene Bewertung als Maß aller Dinge durchsetzen will – und bricht damit den Dialog ab.
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