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Allzu reicher Bilder-Klang

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aus DER SPIEGEL 29/1985

Der ganze Neubau der Stuttgarter Staatsgalerie, die Sensationsarchitektur des Briten James Stirling, ist ausgeräumt und neu bestückt. Bis 22. September füllt eine riesige Ausstellung »Vom Klang der Bilder« 16 Säle. In enzyklopädischer Fülle führen 546 Exponate (und ein Fünfpfundskatalog) vor Augen, was die »Musik in der Kunst des 20. Jahrhunderts« ausmacht. Da ist kein Halten: Die »Klang«-Schau, aus der sich sechs bis sieben gewichtige Spezialausstellungen schneiden ließen (etwa: Kubismus, Futurismus, Klee), beschränkt sich nicht auf jene radikalen Maler-Experimente, die in schieren Farbordnungen der so wunderbar abstrakten Musik nacheiferten. Sie ist auch weit offen für malende und gemalte Musiker, Komponisten-Hommagen, Musik-Allegorien, Darstellungen von Instrumenten, Notenbilder und Klangskulpturen. Dabei bleiben doch Musik und Bildkunst immer zweierlei und die Entsprechungen auch im strengsten Fall nur vage metaphorisch. An seinem jetzt im »Wegbereiter«-Vorspann gezeigten Cellisten-Porträt hatte Paul Gauguin den Form- und Farbaufbau gerühmt: »Das ist Musik, wenn Sie so wollen.« Und wenn nicht?

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