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Amerikas »Traum und Depression«

aus DER SPIEGEL 46/1980

Mutter Erde, die amerikanische, liegt bloß und blaß und leblos da -- endgültig unfruchtbar oder von der Pflugschar des Ackermanns noch wieder zu erschließen? Infolge einer zivilisationsbedingten »Erosion« präsentiert sich der Heimat-Boden, 1936 vom US-Künstler Alexandre Hogue gemalt, in schwellenden weiblichen Formen, jedoch wie tot. Nicht immer so penetrant sinnbildlich, kaum aber auch mit überzeugender Kraft hat sich eine amerikanische Künstlerschaft geäußert, die in der Zeit zwischen 1920 und 1940 mit realistischen Mitteln um nationale Eigenständigkeit bemüht war, ohne je den Bekanntheitsgrad der New Yorker Avantgarde nach dem Krieg zu erreichen. Solcher Unkenntnis soll jetzt eine Ausstellung in der West-Berliner Akademie der Künste abhelfen. Sie spiegelt »Amerika -- Traum und Depressionen« etwa in nostalgischen Landschafts- und Landwirtschaftsgemälden der »Regionalisten« und in kühl-exakten Maschinenbildern, wie sie »Präzionist« Charles Sheeler unter anderem aus den Detroiter Ford-Werken lieferte. »Sind«, so der Katalog, »die Bilder so menschenleer, weil die Ford-Arbeiter derweil stempeln gingen?«

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