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Fotograf Andreas Mühe im Interview "Und plötzlich fragt man sich, was ist man in der eigenen Familie?"

Die eigene Familie steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung von Andreas Mühe. Dafür hat der Fotograf tote Angehörige aus Silikon nachbilden lassen - auch seinen Vater, den Schauspieler Ulrich Mühe.
aus DER SPIEGEL 15/2019
Künstler Mühe in seinem Berliner Atelier

Künstler Mühe in seinem Berliner Atelier

Foto: Mustafa Abdulaziz / DER SPIEGEL

Mühe wurde 1979 in Karl-Marx-Stadt, heute wieder Chemnitz, geboren. Bekannt wurde der Fotograf mit Porträts von Helmut Kohl und Angela Merkel. Mühe ist der Sohn der Dramaturgin und Regisseurin Annegret Hahn und des 2007 verstorbenen Schauspielers Ulrich Mühe. In zweiter und dritter Ehe war der Vater mit den Schauspielerinnen Jenny Gröllmann und Susanne Lothar verheiratet, auch sie leben nicht mehr. Diese Verstorbenen seiner Familie ließ Mühe von Experten als naturgetreue Silikonfiguren nachbilden, ebenso zwei seiner Großväter und eine Großmutter. Auf einigen seiner neuen Fotografien, die er bald in der Berliner Ausstellung "Mischpoche" zeigt, sind sie gemeinsam mit lebenden Verwandten zu sehen, etwa mit seinem Bruder, dem Künstler Konrad Mühe, und seiner Halbschwester, der Schauspielerin Anna Maria Mühe.

SPIEGEL: Herr Mühe, wir sitzen hier auf einer Bühne, die Sie in Ihrem Atelier aufgebaut haben. Hinter Ihnen lehnt eine Silikonpuppe an der Wand, die aussieht wie Ihr Vater Ulrich Mühe. Warum haben Sie Verstorbene wiederauferstehen lassen?

Mühe: Weil ich sie für meine neuen Arbeiten brauchte. Diese Menschen sind Teil meiner Familiengeschichte. Niemand kann etwas daran ändern.

SPIEGEL: Auch nicht der Tod dieser Angehörigen?

Mühe: Nein. Deshalb gehören sie auf die Aufnahmen. Und ich brauchte sie, um meine bisherige Arbeit weiterzuentwickeln.

SPIEGEL: Inwiefern?

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