Nach letzter »Cinderella«-Aufführung Buhrufe für Andrew Lloyd Webber

»Kostspieliger Fehler« in der Pandemie: Andrew Lloyd Webber stoppt sein Musical »Cinderella« in London – nur ein Jahr nach der Premiere. Das Publikum reagierte deutlich.
Andrew Lloyd Webber bei einem Konzert vor dem Buckingham Palace, wenige Tage vor der letzten Aufführung von »Cinderella«

Andrew Lloyd Webber bei einem Konzert vor dem Buckingham Palace, wenige Tage vor der letzten Aufführung von »Cinderella«

Foto: Jeff J. Mitchell

Das Ende verlief alles andere ruhmvoll: Bei der letzten Aufführung seines Musicals »Cinderella« am Gillian Lynne Theatre in London wurde Andrew Lloyd Webber ausgebuht. Webber selbst erschien bei der Aufführung nicht. Stattdessen ließ er vor dem Publikum einen Brief verlesen, in dem er sich entschuldigte und bei der Crew bedankte. Das Musical während einer Pandemie aufgeführt zu haben, sei allerdings ein »kostspieliger Fehler« gewesen. Von den Zuschauern erntete er dafür Proteste.

Knapp ein Jahr nach Beginn seiner Show »Cinderella« hatte Webber ihre Absetzung verkündet. Stattdessen, so gab er Anfang Mai bekannt, sei eine überarbeitete Version am Broadway geplant. Nach übereinstimmenden Medieninformationen gaben mehrere Schauspieler an, über die Medien von ihrem Rausschmiss  erfahren zu haben. Schon Anfang Mai kam es deshalb zu Protesten von Mitgliedern der Gewerkschaft Equity. Die Demonstranten forderten eine angemessene Entschädigung.

»Hätten wir nur einen Krümel Hilfe bekommen«

Am 12. Juni fand die letzte Vorstellung der Produktion statt. Das frühe Ende begründete Webber in seinem Brief mit finanziellen Problemen: »Hätten wir doch nur nicht über Weihnachten und Neujahr einen Monat lang schließen müssen«, schrieb er. »Das haben wir Covid zu verdanken.« Schwere Vorwürfe erhob Webber auch gegen die britische Regierung: »Wenn wir nur einen Krümel Hilfe vom Staatsfonds (zum Wiederaufbau der Kultur) bekommen hätten...«, so Webber.

Equity-Gewerkschafter protestieren gegen Absetzung des Musicals

Equity-Gewerkschafter protestieren gegen Absetzung des Musicals

Foto: Ming Yeung / Getty Images

Das Musical »Cinderella« startete im Sommer letztes Jahres. Zuvor hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben, im Winter wurden aufgrund der wachsenden Omikronwelle mehrere Aufführungen abgesagt . Nach Informationen des Branchenportals »Deadline«  hatten sich außerdem Darsteller darüber beschwert, vom Management ungerecht behandelt worden zu sein.

Zu den Vorwürfen äußerte sich Webber in seinem Schreiben nicht. »Ich denke immer, wenn wir nur drei Monate später eröffnet hätten, hätten wir unsere Eröffnung nicht zweimal wegen Covid verschieben müssen«, war dort zu lesen. »Ich verspreche Ihnen, wir wären noch sehr lange hier.«

ime
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