Problem-Musical »Cinderella« Aschenputtel mit Long Covid

Einen Tag vor der Premiere verschiebt Erfolgskomponist Andrew Lloyd Webber die Aufführung seiner »Cinderella«-Version – und gibt der Regierung Johnson die Schuld.
Komponist Webber: »Unmögliche Bedingungen«

Komponist Webber: »Unmögliche Bedingungen«

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Nigel French / PA Wire / picture alliance / dpa

Als in Großbritannien Anfang der Woche Maskenpflicht und weitere Coronamaßnahmen aufgehoben wurden, konnte der Komponist Andrew Lloyd Webber nicht mitjubeln: Der 73-Jährige musste die Premiere seiner Musicalversion von »Cinderella«, die am Dienstag im Londoner Gillian Lynne Theatre stattfinden sollte, verschieben. Ein Statist wurde positiv auf Covid  getestet.

Es sei eine »herzzerreißende Entscheidung« gewesen, so Webber in einem Statement. Wegen der Pandemie musste er die Arbeit an der Produktion schon mehrfach unterbrechen, erste Previews hatten bereits im Juni 2020 stattgefunden, die Premiere sollte im vergangenen August stattfinden.

Musicalfans stehen vor dem Gillian Lyne Theater für »Cinderella« an: Mehrfache Verschiebung der Premiere

Musicalfans stehen vor dem Gillian Lyne Theater für »Cinderella« an: Mehrfache Verschiebung der Premiere

Foto: MATRIXPICTURES.CO.UK / imago images/Matrix

Webber, für Musicalhits wie »Phantom der Oper«, »Evita« oder »Cats« bekannt, und die Autorin Emerald Fennell wollen die Titelheldin von »Cinderella« nicht als braves Mädchen, sondern als rebellische junge Frau zeigen. Nun wirft Webber der Johnson-Administration vor, »unmögliche Bedingungen« zu schaffen, und kritisiert die Regeln zur Selbstisolation von Kontaktpersonen. Dabei würden die Theater ohnehin schon am Boden liegen.

»Aus dem Freedom Day wurde ein Schließungstag«, so Webber. Wann es grünes Licht für die Aufführung geben werde, sei völlig unklar. »Möglicherweise 2084«.

lob/Reuters
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