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Gestorben Angela Lansbury, 96

aus DER SPIEGEL 42/2022
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Casey Curry / AP

Über ihre jungen Jahre als Schauspielerin in den USA hat sie mal den wunderbar britisch-trockenen Satz gesagt: »I was all talent and no looks.« Angela Lansbury, Tochter einer Schauspielerin und eines früh an Krebs verstorbenen Politikers, wurde 1925 in London geboren und zog im Zweiten Weltkrieg noch im Jugendalter in die USA. Als 19-Jährige war sie zum ersten Mal für einen Neben­rollenoscar nominiert, für ihren Auftritt im George-­Cukor-Film »Das Haus der Lady Alquist«, in dem Ingrid Bergman die Hauptrolle spielte. Zwei weitere Nominierungen und ein später Ehrenoscar folgten. Außerdem wurde sie in den britischen Adelsstand erhoben. Auf dem New Yorker Broadway war Lansbury viele Jahre lang ein Theaterstar. Im Kino spielte sie neben Judy Garland, Spencer Tracy, Danny Kaye und Elvis Presley – als dessen Mutter im Film »Blue Hawaii« von 1961. Zu lang andauerndem Weltruhm aber brachte es Lansbury durch die Fernsehserie »Mord ist ihr Hobby«. In den auch in Deutschland ausgestrahlten zwölf Staffeln der Serie spielt sie eine erfolgreiche und schrullige Krimiautorin und Hobbydetektivin namens Jes­sica Fletcher. Im Privatleben war Lansbury mehr als 50 Jahre lang mit dem Filmproduzenten Peter Shaw (1918 bis 2003) verhei­ratet, mit dem sie zeitweise in Irland lebte und zwei Kinder großzog. Über das Erfolgs­rezept der Fernsehserie hat die Schauspielerin gesagt: »Wir haben nie Blut gezeigt, und alle Fälle wurden tadellos aufgeklärt. Das Puzzle ist jedes Mal komplett.« Angela Lansbury starb am 11. Oktober in Los Angeles.

höb
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