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Anthony und Joe Russo Willkommen in der Zukunft

aus DER SPIEGEL 45/2022
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Billy Bennight / AdMedia / picture alliance

Als Filmemacher sind die Brüder Anthony, 52, und Joe Russo, 51, umstritten. Ihre bombastischen Action-Blockbuster wie »Avengers: Endgame« sind globale Mega-Erfolge, viele Kritiker allerdings wenden sich mit Grausen von den redundanten Heldengeschichten ab. Eines aber muss man den beiden lassen: Angst vor Neuem haben sie nicht. »Uns begeistert, wie schnell Dinge sich ändern«, ließ Anthony Russo das US-­Branchenblatt »Variety« wissen. »Wir sind Futuristen. Wir lieben neue Technologie und die Möglichkeiten, die sie uns bietet, um mit dem Publikum zu kommunizieren.« Die beiden wollen offenbar an der Spitze der tiefgreifenden digitalen Umbrüche stehen, denen Hollywood ausgesetzt ist, und die Zukunft des Filmemachens mitgestalten. Dazu gründeten sie schon 2017 ihr Studio AGBO, das mittlerweile über eine Milliarde Dollar wert ist. Damit wollen sie »das Auto in die richtige Richtung drehen«, wie Joe Russo sich ausdrückt: »Ob wir es nun mögen oder nicht – künstliche Intelligenz, Projektoren für 3-D-Filme, die keine Brille mehr voraussetzen, und Deepfakes werden die Medien, wie wir sie kennen, komplett verändern.« Ob es in dieser Zukunft noch Kinos gibt? Die Russos sind skep­tisch. Ihr neuer Science-Fiction-Film »The Electric State« entsteht wieder für Netflix.

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