Nach Antisemitismusvorwürfen Deutsche Welle trennt sich von fünf Mitarbeitern

Der Auslandssender Deutsche Welle zieht Konsequenzen aus Fehlverhalten seiner Arabisch-Redaktion. Fünf Mitarbeiter müssen gehen. Sie waren bereits im Dezember nach Antisemitismusvorwürfen suspendiert worden.
Deutsche Welle (Symbolbild)

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Foto: Thomas Trutschel/photothek / picture alliance

Nach Antisemitismusvorwürfen gegen Mitarbeiter der Deutschen Welle (DW) hat der deutsche Auslandssender in fünf Fällen ein Trennungsverfahren eingeleitet. Das sagte DW-Intendant Peter Limbourg am Montag in einem Pressegespräch. Zu den einzelnen Mitarbeitern wurden keine Angaben gemacht, sie waren bereits im Dezember suspendiert worden.

In den vergangenen Wochen lief eine externe Untersuchung gegen einige Mitarbeiter der Arabisch-Redaktion sowie freischaffende Mitarbeiter der DW im Ausland, nachdem Vorwürfe durch einen Bericht der »Süddeutschen Zeitung« Ende November öffentlich bekannt geworden waren. Sie sollen in den vergangenen Jahren im Internet antisemitische und antiisraelische Äußerungen gepostet haben. Später seien diese Einträge gelöscht worden.

Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Psychologe Ahmad Mansour stellten am Montag Ergebnisse vor. Sie betonten, dass es sich um punktuelles Fehlverhalten gehandelt habe. Ein struktureller Antisemitismus in der Arabisch-Redaktion sei nicht festgestellt worden.

Unabhängig davon hatte die Deutsche Welle ihre Kooperation mit dem jordanischen Sender Roya TV im Dezember beendet, weil antiisraelische und antisemitische Karikaturen in sozialen Medien verbreitet worden waren. Der Sender hatte außerdem seinen Verhaltenskodex überarbeitet.

cpa/dpa
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