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ARD-Filmfestival: Hoher Anspruch

aus DER SPIEGEL 39/1980

Wenn es um ihre Selbstdarstellung geht, dann ist der ARD-Filmredaktion kein Begriff zu hochgestochen. Für die Renommierreihe »Das Filmfestival« kaufte die ARD hochklassige Unterhaltungsfilme ein, die nicht nur »in beispielgebender Weise Fragen von latenter Aktualität« aufgriffen, sondern gleich noch »beispielhaft Möglichkeiten der fundierten Erörterung gewichtiger Zeitfragen« böten. Die Rede ist von Filmen wie Polanskis Krimi »Chinatown« (27. September), in dem es um einen Inzest geht ("latente Aktualität«?), oder von Paul Mazurskys »Harry und Tonto« (26. Oktober), in dem ein lebensfroher Rentner mit seinem Kater durch die USA gammelt ("gewichtige Zeitfrage«?), oder von Nicolas Roegs mysteriöser Venedig-Schmonzette »Wenn die Gondeln Trauer tragen« am 22. November ("fundierte Erörterung«?). Die Reihe bringt außerdem William Friedkins Heroin-Reißer »French Connection« (11. Oktober) und Frank Beyers Ehekomödie »Das Versteck« (17. Oktober).

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