Trotz neuem Mediengesetz ARD und ZDF berichten wieder aus Moskau

Ein russisches Gesetz stellt Aussagen über den Krieg in der Ukraine unter Strafe. Deshalb unterbrachen ARD und ZDF ihre Berichterstattung. Nun sollen die Korrespondenten doch wieder aus den Moskauer Studios berichten.
ARD-Korrespondent Demian von Osten berichtet aus Moskau (im ARD-Morgenmagazin vom 2. März)

ARD-Korrespondent Demian von Osten berichtet aus Moskau (im ARD-Morgenmagazin vom 2. März)

ARD und ZDF nehmen in den kommenden Tagen die Berichterstattung aus Moskau wieder auf. Nach knapp einwöchiger Unterbrechung werde wieder aus den Studios in Moskau »über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Russland« berichtet, teilte der Westdeutsche Rundfunk am Freitag in Köln mit.

Mit der Aussetzung der Berichterstattung hatten die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf eine Gesetzesänderung reagiert, die das russische Parlament am Freitag verabschiedet hatte. Mit dieser kann die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte mit hohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden.

Nun habe man die Folgen des neuen Mediengesetzes geprüft, heißt es in einer abgestimmten Mitteilung von ARD und ZDF . Auf Grundlage dieser Prüfung habe man »auch im Austausch mit Partnern in der EBU entschieden, die Berichterstattung aus den Studios in Moskau« wieder aufzunehmen.

Die Berichterstattung über die militärische Lage in der Ukraine werde jedoch von anderen Standorten der beiden öffentlich-rechtlichen Sender geleistet.

»Die Moskauer Korrespondentinnen und Korrespondenten von ARD und ZDF werden über die Entscheidungen der russischen Führung, aber auch über zivilgesellschaftliche Reaktionen, zum Beispiel Proteste gegen den Krieg, die Reaktionen der russischen Eliten oder die konkreten Auswirkungen der Sanktionen im Alltag russischer Bürger berichten«, heißt es weiter in der Mitteilung. Die besonderen Bedingungen der Berichterstattung aus Russland würden dabei transparent gemacht. Man behalte sich vor, die Situation zu jedem Zeitpunkt neu zu bewerten.

feb/AFP
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