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Arthur Segals gerechte Malerei

aus DER SPIEGEL 36/1987

Während der 20er Jahre war er eine Hauptfigur der Berliner Kunstszene, danach geriet er beinahe in Vergessenheit, nun wird er gründlich wiederentdeckt: der aus Rumänien stammende Maler Arthur Segal (1875 bis 1944). Vom 6. September an belegt eine Ausstellung beim Kölnischen Kunstverein (später in Berlin, Regensburg, Ascona, Tel Aviv) mit rund 110 Bildern die Schaffensfülle des Künstlers, der auch ein anspruchsvoller Theoretiker war und eine »sittlich-malerische Gerechtigkeit« auf der Leinwand erstrebte: In Raster aufgeteilte Kompositionen ohne beherrschendes Motiv demonstrieren, noch über einen einmontierten Rahmen hinaus, das demokratische Segal-Prinzip der »Gleichwertigkeit«. Mit »prismatischen« Bildern, »optischen Reliefs« und »Blickpunktbildern« setzte Segal seine Versuche fort, bis er zu »Mutter Natur« heimfand und nur noch »abmalen« wollte. Als Jude 1933 nach Mallorca emigriert, war er im - zuletzt englischen - Exil mehr Pädagoge als kreativer Künstler. Ein 384-Seiten-Katalog zur Kölner Ausstellung (60 Mark) dokumentiert Werk und Vita in aller Breite.

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