Folge der Corona-Demos Attacken auf Journalistinnen und Journalisten nehmen in Deutschland zu

Sie wurden geschlagen, getreten, mit einer Waffe bedroht: 69 solcher Angriffe auf Journalisten hat das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit im Jahr 2020 in Deutschland gezählt. Im Jahr zuvor waren es 14.
Die Ausrüstung eines Kamerateams nach einem Übergriff in Berlin

Die Ausrüstung eines Kamerateams nach einem Übergriff in Berlin

Foto: Christoph Soeder / dpa

Das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf Journalisten in Deutschland registriert. 69 tätliche Angriffe listet die Non-Profit-Organisation aus Leipzig in ihrer am Dienstag veröffentlichten jährlichen Analyse für 2020  auf. Das sei die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung vor sechs Jahren. 2019 waren es demnach 14 Fälle, 2018 waren 26 registriert worden.

»Ausschlaggebend für den starken Anstieg sind die vielen Gewalttaten auf pandemiebezogenen Versammlungen«, hieß es in einer Mitteilung des ECPMF. Dort seien 71 Prozent der registrierten Angriffe erfolgt. Unter Angriffen versteht die Vereinigung zum Beispiel Schläge, Tritte, Stoßen, Spucken oder den Angriff mit Waffen.

Das von der EU unterstützte Zentrum, das sich für Pressefreiheit einsetzt, verortete 31 Fälle im rechten Spektrum, fünf im linken. Schwerpunkt der Angriffe war mit 23 Fällen die Hauptstadt Berlin. In den Vorjahren hatte das Bundesland Sachsen die Liste angeführt. Dort gab es 2020 mit 19 Angriffen aber weiterhin eine vergleichsweise hohe Zahl.

sak/dpa