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Ausstellungen

aus DER SPIEGEL 4/1972

Als Pfad-Finder einer politisch motivierten Ausstellungspraxis hatte sich Berlins »Neue Gesellschaft für bildende Kunst« schon früher vorgewagt; nun zelebriert sie, beispielhaft, ein ehrendes Gedenken für die »Pariser Kommune 1871«, in deren Geschichte auch der Maler Gustave Courbet (er rief zum Sturz der Vendôme-Säule auf) prominent hervortrat. Zwar hat Courbet sowenig wie ein anderer dem Aufstand ein »großes künstlerisches Denkmal hinterlassen« (Katalogtext), dennoch ist das jetzt in Berlin gezeigte und erläuterte Bildmaterial, vorwiegend Dokumentarphotos und Karikaturen, überraschend reich und instruktiv. Nach dem Willen der Veranstalter soll es auch lehren, »wie die Phantasie im Klassenkampf praktisch wird« -- indem sie etwa, auf einem Blatt des Lithographen Alfred Le Petit, das »rote Gespenst« als Hampelmann-Attrappe in der Hand des Bourgeois entlarvt.

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