Nach Rechtsstreit Banksy verliert Markenrecht an Blumenwerfer-Motiv

Zunächst fand er Urheberrechte uncool, wehrte sich dann aber gegen Postkarten mit seiner Kunst. Nun muss Banksy eine Niederlage vor Gericht einstecken - auch weil er seine Identität geheim hält.
Das populäre "Flower Thrower"-Motiv soll nun keine eingetragene Marke Banksys mehr sein

Das populäre "Flower Thrower"-Motiv soll nun keine eingetragene Marke Banksys mehr sein

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Thomas Coex / AFP

In seinem 2005 veröffentlichten Buch "Wall and Piece" schrieb Banksy noch "Copyright is for losers", also "Urheberrecht ist etwas für Verlierer." Das schien er zwischenzeitlich jedoch anders zu sehen - und ließ einige seiner Motive als Marke eintragen. Nun allerdings verlor der Straßenkünstler die Markenrechte an seinem berühmten "Flower Thrower"-Motiv, auf dem ein maskierter Mann einen Blumenstrauß wirft.

Was war geschehen?

Trotz seiner kritischen Äußerungen über Urheberrechte hatte Banksy, vertreten durch das sogenannte Pest Control Office, seiner Agentur zur Authentifizierung seiner Werke, im Jahr 2014 das Motiv in der EU erfolgreich als Marke eintragen lassen. Daraufhin hatte die britische Firma Full Colour Black deren Löschung beantragt - da sie Abbilder von Banksys Motiven unter anderem auf Postkarten druckt und vertreibt.

Um sich dagegen zu wehren, hat Banksy bereits vor einem Jahr einen eigenen Laden im südlichen Londoner Stadtbezirk Croydon eingerichtet. Man habe ihm empfohlen, eine Palette eigener Merchandise-Artikel anzubieten, weil dies der beste Weg sei, seinen Namen zu schützen, sagte Banksy laut BBC. Dem Sender sagte er ebenfalls, er habe seine Position zum Urheberrecht nicht grundsätzlich geändert, auch wenn er in diesem besonderen Fall versuche, seine künstlerischen Rechte zu verteidigen.

Entschieden gegen Urheberschutzrechte ausgesprochen

Der darauffolgende Rechtsstreit wurde nun aber zuungunsten Banksys entschieden: Man wolle das Markenrecht aufheben, bestätigte die zuständige EU-Behörde für geistiges Eigentum am Donnerstag. In einer Erklärung wird dies damit begründet, dass Banksy seine Identität geheim halte und sich außerdem in der Vergangenheit wiederholt entschieden gegen Urheberschutzrechte ausgesprochen habe. Der Künstler habe sich seit Jahren nicht an der Verwendung seiner Motive durch andere gestört und sogar selbst in seiner Kunst das Eigentum anderer Menschen ohne Erlaubnis benutzt, etwa beim Besprühen von Häusern oder Werbetafeln, heißt es weiter im Schreiben der EU-Behörde.

Banksys Identität gibt Rätsel auf: Bekannt ist lediglich, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der Neunzigerjahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven von Street-Art, die oft überraschend auftauchen. Seine heimlich verzierten Hauswände erregen weltweit Aufmerksamkeit, die von ihm bearbeiteten Bretter und Leinwände gehören zu den begehrtesten Trophäen des Marktes, bringen bei Auktionen siebenstellige Summen ein.

evh/dpa
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