Wagner-Festspiele Belästigungsvorwürfe in Bayreuth – Staatsanwaltschaft leitet Verfahren ein

Körperliche Übergriffe auf Frauen, Beleidigungen, sexistische Sprüche: Die Staatsanwaltschaft ermittelt laut einem Medienbericht im Umfeld der Bayreuther Festspiele.
Festspielhaus in Bayreuth: Vieles liegt bezüglich der mutmaßlichen Übergriffe noch im Dunkeln

Festspielhaus in Bayreuth: Vieles liegt bezüglich der mutmaßlichen Übergriffe noch im Dunkeln

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Daniel Vogl / dpa

Der »Nordbayerische Kurier«  hatte vergangene Woche körperliche Übergriffe auf Frauen, Beleidigungen und sexistische Sprüche auf dem Grünen Hügel publik gemacht. Wie die »Süddeutsche Zeitung« jetzt berichtet , ermittelt auch die Staatsanwaltschaft im Umfeld der Richard-Wagner-Festspiele: Ein Verfahren sei eingeleitet worden, sagte demnach der stellvertretende Sprecher der Behörde. Es gehe um den Tatvorwurf der sexuellen Belästigung.

Die Berichterstattung habe die Festspielleitung »sehr bewegt und tatsächlich überrascht«, sagte ein Sprecher der Festspiele schon vergangene Woche. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, würden sofortige personelle Konsequenzen folgen.

Vieles liegt bezüglich der mutmaßlichen Übergriffe noch im Dunkeln: Festspiele-Intendantin Katharina Wagner hatte in Interviews nach dem Kurier-Bericht berichtet, selbst »sexuelle Anzüglichkeiten und teilweise Übergriffe in gewisser Weise« erlebt zu haben. »Ich habe mich aber zu wehren gewusst«, sagte sie. Konkreter wurde Wagner aber bislang nicht.

Wegen seines Umgangstons stand zwischenzeitlich auch der frühere Musikdirektor der Festspiele, Christian Thielemann, in der Kritik. Er soll Musiker angeschrien und beleidigt haben – ein Vorwurf, den der Stardirigent vehement zurückweist: »Da ist überhaupt nichts dran«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und sprach von einem »Missverständnis«. Auch der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Festspiele, Georg von Waldenfels, hatte Thielemann am Wochenende bei einer Pressekonferenz verteidigt. Im Kern geht es dabei darum, dass bestimmte Aussagen Thielemanns nicht frauenfeindlich gemeint, sondern in einem anderen Kontext gefallen waren.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth hatte sich bereits vergangene Woche zu dem Bericht des »Nordbayerischen Kurier« geäußert: »Ich gehe davon aus, dass die Leitung der Bayreuther Festspiele den Vorgängen mit Nachdruck nachgehen und die notwendigen Konsequenzen ziehen wird. Sexuelle Übergriffe, egal ob verbal oder körperlich, sind absolut inakzeptabel und dürfen nicht ungeahndet bleiben«, hatte Roth am Freitag in Berlin mitgeteilt.

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Foto: CHRISTOF STACHE / AFP

Die Bayreuther Festspiele begannen am Montag mit einer Neuinszenierung von »Tristan und Isolde«.

eth/dpa
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