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POP Beatles-Schlussverkauf

aus DER SPIEGEL 39/2009

Das Jahrzehnt des Historismus, das die Nullerjahre im Pop zweifellos waren, scheint zum Abschluss noch einmal alle Kritiker zu bestätigen: Michael Jackson und die Beatles stehen wieder oben in den Charts. Dass sich die Neuausgabe des Gesamtwerks der Beatles gut verkaufen würde, war dabei wohl allen klar. Wie gut sie sich tatsächlich verkauft, das haben alle unterschätzt. Kein Wunder: »The Beatles Stereo Box« umfasst 16 CDs plus eine DVD und kostet rund 180 Euro. Trotzdem ist sie ausverkauft - überall auf der Welt. Auch einzeln sind die Alben noch einmal erschienen. »The Beatles turn U. S. charts back to 1960s«, titelte eine Agentur. Die Box hat es in den USA bis auf Platz 15 der Charts geschafft, mit rund 26 000 verkauften Exemplaren. »Abbey Road« hat an die 89 000 Stück verkauft - das würde für den 3. Platz reichen, es taucht allerdings nicht in den Charts auf, weil es nicht als »neu« gilt. Genau wie »Sgt. Pepper's«, das genug für den 5. Platz verkauft hätte. Insgesamt hätte es für fünf Beatles-Alben in den Top Ten gereicht. In den USA sind in der ersten Woche nach Erscheinen 626 000 Beatles-Alben über den Ladentisch gegangen. Ähnlich in England: Vier Alben sind in den Top Ten, die Stereo-Box ist auf Platz 24. Auch im Beatles-Taumel: Deutschland. Hier ist die Stereo-Box bis auf Platz 3 der Verkaufscharts geschossen. Die Plattenfirma EMI gibt keine Verkaufszahlen heraus, in der Branche geht man von einer höheren vierstelligen Zahl aus. Seit einiger Zeit werden die deutschen Charts nicht mehr nach reinen Verkaufszahlen, sondern nach Verkaufswert berechnet. Natürlich zeigt sich hier auch ein Generationenbruch - die jüngeren Hörer kaufen schlicht weniger Musik als die älteren, und wenn, dann in Online-Shops, wo es die Beatles ja immer noch nicht gibt. Trotzdem: 2009 ist ein erstaunliches Pop-Jahr.

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