Belarus Polizei hielt ZDF-Team in Turnhalle fest

Ein Kamerateam des ZDF ist in Minsk trotz Akkreditierung für mehrere Stunden festgenommen worden, als die Journalisten von den Protesten der belarussischen Opposition berichten wollten.
Ein Journalist wird in Minsk in einen Transporter gezwungen

Ein Journalist wird in Minsk in einen Transporter gezwungen

Foto: Vasily Fedosenko / REUTERS

Am Donnerstag wurden in Belarus bei Protesten in verschiedenen Städten mehr als 200 Menschen von der Polizei festgenommen, vorwiegend in Minsk. Unter ihnen waren auch mehrere Dutzend Journalisten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Kamerateam des ZDF wurde festgenommen und mehrere Stunden festgehalten, obwohl beide Journalisten eine offizielle Akkreditierung hatten. Das teilte das ZDF auf seiner Internetseite  mit.

Weitere unabhängige europäische Medien berichteten in sozialen Netzwerken von der Festnahme von Journalisten.

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Das belarussische Innenministerium teilte mit, dass die Journalisten zur Polizeistation gebracht worden seien, um die Presseakkreditierung zu überprüfen. Alle Reporter, die eine offizielle Akkreditierung gehabt hätten, seien wieder freigelassen worden. Die Behörde bestritt, dass die Journalisten verhaftet worden seien.

Das ZDF gab an, sein Kamerateam habe die Proteste auf dem Unabhängigkeitsplatz in Minsk filmen wollen, als ein Transporter vorgefahren sei und mehrere Menschen an einer Straßenecke festgenommen habe. Sie seien in eine Sporthalle gebracht worden, wo ihre Daten aufgenommen worden seien. Smartphones seien eingesammelt worden. Nach mehreren Stunden wurde das ZDF-Team dann in der Nacht wieder freigelassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte das Vorgehen der belarussischen Sicherheitskräfte auf der Bundespressekonferenz. Anne Gellinek, ZDF-Korrespondentin in Brüssel, zitierte Merkel in einem Tweet: "Wir werden uns weiterhin für die Freiheit der journalistischen Arbeit einsetzen. Das, was gestern passiert ist, ist das Gegenteil von dem, was wir für richtig halten. Das werden wir Weißrussland auch mitteilen."

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cpa
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