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NEU IN DEUTSCHLAND Benito Pérez Galdós: »Miau«.

aus DER SPIEGEL 19/1961

Der aus dem 19. Jahrhundert ausgegrabene Roman des in angelsächsischen und romanischen Ländern hochgeschätzten Spaniers Galdós - von spanischen Kritikern wird er mit Honoré de Balzac und Charles Dickens verglichen - schildert das erfolglose Bemühen eines suspendierten höheren Finanzbeamten, noch einmal seines bürokratischen Staates Diener zu werden, um so zu einer standesgemäßen Pensionierung zu kommen. Der täglichen Bittgänge und Pumpversuche müde, angeekelt vom feudalen Lebensgehabe seines weiblichen Familienanhangs, der drei »Miaus«, beschließt der alternde Mann, sich das Leben zu nehmen. Nachdem ihn in einer Vision (seines Enkels) Gottvater persönlich in diesem Vorhaben bestärkt hat, nimmt er im inneren Beschimpfungsmonolog von Ämtern, Regierung, Klerus, Bekannten und Familie Abschied und verläßt leichten Herzens die südlich-korrupte Welt. (Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main; 392 Seiten; 16,80 Mark.)

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