Betonpyramide der Charité So schön hässlich – der bleibt stehen

Erst sollte er abgerissen werden. Dann wurde der Berliner »Mäusebunker« unter Denkmalschutz gestellt. Was ist geschehen?
Der »Mäusebunker«: Früher befand sich in dem Gebäude ein Tierversuchslabor

Der »Mäusebunker«: Früher befand sich in dem Gebäude ein Tierversuchslabor

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Joko

Für die einen ist es eine graue Betonpyramide, für die anderen eine Ikone des Brutalismus. Das als »Mäusebunker« bekannte Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Berliner Charité wird zu einem Modellverfahren des Landesdenkmalamtes. Die früheren Tierlaboratorien sollten ursprünglich abgerissen werden. Wegen der auffälligen Architektur wurde jedoch im In- und Ausland für die Erhaltung des ungewöhnlichen Bauwerks geworben. Das ikonische Äußere sei inzwischen zu einer international bekannten Visitenkarte geworden, hieß es in einer Mitteilung der Kulturverwaltung .

Mit seinem pyramidenförmigen Rumpf erinnert das Gebäude an einen Bunker. Die blauen Lufteinlässe ähneln Kanonenrohren. Unter Berlinern ist es deshalb auch unter dem Spitznamen »Panzerkreuzer Potemkin« bekannt.

Mit seinem pyramidenförmigen Rumpf erinnert das Gebäude an einen Bunker. Die blauen Lufteinlässe ähneln Kanonenrohren. Unter Berlinern ist es deshalb auch unter dem Spitznamen »Panzerkreuzer Potemkin« bekannt.

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Mit dem Modellverfahren sollen nun Möglichkeiten für die Erhaltung des Gebäudes aufgezeigt werden. Dabei geht es auch um Fragen einer zeitgemäßen und denkmalverträglichen Umnutzung. Als erster Schritt wurden auf einer Website  Gutachten und Planmaterialien zum »Mäusebunker« veröffentlicht.

Anfang des Jahres wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Das Institut sei ein Gesamtkunstwerk, »ein Bau von internationalem Rang und ein bedeutender Beitrag zur ›organischen‹ und ›brutalistischen‹ Architektur der Nachkriegsmoderne«, hieß es in der Begründung.

ime/dpa
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