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AUSSTELLUNGEN Bernstein an die Adria

aus DER SPIEGEL 50/1999

Bedrohlich ist Nevius Pompuledius von den Toten auferstanden - ein massiger Zweimetermann, bewaffnet mit Schwert und Dolch und Lanze, auf dem Haupt einen breitkrempigen Helm. »König« nennt ihn eine Inschrift, doch Forscher verzeichnen die steinerne Grabstatue bloß, nach deren Fundort, als »Krieger von Capestrano«. Denn sein Volk der Picener, das an der mittelitalienischen Adriaküste siedelte und das zur Zeit des Pompuledius, um 600 vor Christus, eine Blüte erlebte, war ohne übergreifenden Staatsverband. Unter regionalen Heerführer- und Priesterfürsten betrieb es Seefahrt und Viehzucht, bis die Römer es von der Landkarte wischten. Jetzt wird sein Erbe ausgegraben, sein Alphabet entziffert, der Kulturaustausch mit Griechen, Kelten und Etruskern rekonstruiert. Erstmals breitet eine Ausstellung der Frankfurter Schirn die Funde aus: 640 zumeist kleinformatige Objekte wie Dolche, Krüge oder Silberschmuck, gelegentlich mit Bernstein-Einlagen von der fernen Ostsee (bis 6. Februar).

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