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BESTSELLER

aus DER SPIEGEL 42/1956

Die Deutsche Grammophon-Gesellschaft mbH. ("Polydor") erzielte mit der Schallplatte »Heimweh« einen Verkaufserfolg, der von den deutschen Schallplattengesellschaften bisher vergeblich angestrebt wurde: In den letzten fünf Monaten verkaufte die Gesellschaft über eine Million Schallplatten der Aufnahme, obwohl die Platte unter ungünstigen Bedingungen auf dem Markt erschienen war. Mehrere Rundfunksender hatten es abgelehnt, die Aufnahme zu spielen, und der Schallplattenjockei des Bayrischen Rundfunks hatte die Platte sogar demonstrativ vor dem Mikrophon mit dem Ausruf zerbrochen: »Schlimmer geht's nimmer.« Auch die »Polydor«-Produktionsleitung hatte von der Platte zunächst keinen großen Erfolg erwartet, weil in der Schallplattenbranche das Sommergeschäft stets nur etwa 30 Prozent des Wintergeschäfts ausmacht. Dennoch gingen bei der »Polydor«-Vertriebsabteilung täglich bis zu 30 000 Bestellungen auf die »Heimweh«-Platte ein, deren Auflage schon nach wenigen Wochen die 500 000-Exemplare -Grenze nachkriegsdeutscher Schallplatten -Erfolge übertraf ("Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein«, »Traumboot der Liebe«, »Pferdehalfter an der Wand« und »Das alte Försterhaus"). »Heimweh« ("Dort, wo die Rosen blühn...") ist die deutsche Fassung des amerikanischen Schlagers »Memories are made of this«, die von dem wenig bekannten Bar-Sänger Freddy Quinn vorgetragen wird.

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