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Bilderbuch von der Weißen Rose

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aus DER SPIEGEL 6/1986

Kein düsterer Märchenwald öffnet sich auf den Seiten dieses Bilderbuches, kein Ungeheuer droht. Ein sehr reales deutsches Kleinstädtchen erscheint da in unheimlich fahles Licht getaucht, durch die engen Straßen rasseln Panzer und Lastwagen, die offenbar mit Menschen vollgepfercht sind. Eines Tages folgt das kleine Mädchen Rosa einem dieser Transporte tief in den Wald hinein und entdeckt hinter Stacheldraht Baracken, magere Kinder mit einem gelben Stern auf der Brust: ein KZ. - Der kleine Alibaba Verlag hat im vergangenen Jahr mit einem sehr unidyllischen Bilderbuch gegen einige Jury-Widerstände den deutschen Jugendbuchpreis gewonnen; jetzt wagt er sich, mit der KZ-Geschichte »Rosa Weiss«, die der Italiener Roberto Innocenti behutsam und genau gemalt hat, an ein Bilderbuch-Tabu. Der Name der kleinen Heldin soll an die »Weiße Rose« erinnern.

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