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Zufrieden mit Berufswahl Bjarne Mädel ist aus Interesse an Menschen Schauspieler geworden

Er ist bekannt für die unterschiedlichsten Rollen. Bjarne Mädel sagt, er habe damit genau das erreicht, was er als junger Mensch bei der Berufswahl im Sinn hatte: »Den Menschen in seiner Gesamtheit zu studieren.«
Schauspieler und Regisseur Bjarne Mädel: »Alles, was ich bin und habe, kann ich benutzen«

Schauspieler und Regisseur Bjarne Mädel: »Alles, was ich bin und habe, kann ich benutzen«

Foto: Stefan Schmidbauer / IMAGO

Schauspieler Bjarne Mädel (»Der Tatortreiniger«) hat seinen Beruf aus Interesse an Menschen gewählt. »Ich mache das, weil ich etwas zu erzählen habe – und vor allem, weil ich Menschen spannend finde«, sagte der 55-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. »Manche Leute werden vielleicht Arzt, weil sie den Körper des Menschen genau kennenlernen wollen. Als Schauspieler habe ich das Glück, den Menschen in seiner Gesamtheit zu studieren.«

Mädel sagt, er mache seine Arbeit gern, weil er alles, was er habe, hineinstecken kann: »Meine Fantasie, meinen Intellekt, meinen Körper, meine Stimme, meine Seele – alles, was ich bin und habe, kann ich benutzen. Und das finde ich toll.«

Daneben gebe es möglicherweise noch verborgene tiefere Gründe für seine Wahl, so der Schauspieler weiter. »Vielleicht war es – wie wohl bei allen, die in der Öffentlichkeit stehen – der Wunsch, geliebt zu werden. Und nicht einsam zu sein, sondern verstanden zu werden.« Innere Probleme habe er mit seinem Beruf aber nicht abzuarbeiten, betonte Mädel. »Ich mache das jedenfalls nicht, weil ich persönlich mit irgendwelchen Sachen nicht klarkomme und deshalb meine Rollen als Therapie benutzen müsste.«

Nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Regisseur ist Mädel an »Sörensen fängt Feuer« beteiligt. In dem Film nach dem Roman von Sven Stricker ermittelt Mädel bereits zum zweiten Mal als verpeilter Kommissar in einem kleinen Ort an der Nordsee. Weitere Mitwirkende sind Karoline Eichhorn, Michael Maertens und Joachim Meyerhoff.

In »Sörensen hat Angst«, dem Vorgänger, führte Mädel 2020 zum ersten Mal Regie. Sein Debüt beschrieb der SPIEGEL damals als ein »verblüffendes, karges, grandios finsteres Werk«. Der Film schildere eine beklemmende und sehr norddeutsche Provinzwelt, die atmosphärisch an amerikanische Vorbilder wie den Coen-Brüder-Film »Fargo« und die gleichnamige Serie erinnere.

dpa/taf