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AUSSTELLUNGEN Blick aus dem All

aus DER SPIEGEL 39/2001

Die Zukunft fand vor allem in den sechziger Jahren statt. Schon bevor am Ende des Jahrzehnts der Mond betreten wurde, zimmerten sich die Menschen einen Sciene-Fiction-Alltag zurecht. Es wurden Häuser gebaut, die wie Ufos aussehen sollten, Sessel und Salzstreuer erinnerten an Raumkapseln. Inzwischen wird der Futurismus nicht mehr von »Star Trek«, sondern vom Computer und vom Genlabor inspiriert - nur die Kunst bleibt außerirdisch: Die Ausstellung »Futureland«, die zeitgleich im Abteiberg Museum in Mönchengladbach und im Museum Van Bommel Van Dam im niederländischen Venlo zu sehen ist, zeigt ausschließlich Utopisches (bis 6. Januar). Der New Yorker Künstler Matthew Ritchie, 37, malt biomorphe Formen, die an außerirdisches Leben glauben lassen, und seine italienische Kollegin Grazia Toderi, 38, filmt die Welt von so weit oben, dass man ihre Videokamera im All vermuten könnte. Aus der Distanz wirkt selbst das beschauliche Florenz wie ein fremder und bedrohlicher Planet. Nur der Hamburger Künstler Stefan Kern, 35, blickt gelassen zurück in eine zukunftsselige Vergangenheit: Seine Möbelskulpturen wirken wie eine Hommage an die sechziger Jahre, doch hat er sie heutigen Bedürfnissen angepasst: Der Kühlschrank steht direkt auf der Plastikcouch.

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