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Blick zurück nach 40 Jahren

aus DER SPIEGEL 21/1990

1938, wenige Jahre vor dem Erfolg der »Glasmenagerie«, lebte Tennessee Williams, damals gerade 27, im Vieux Carre, dem französischen Viertel von New Orleans. Er hatte seine Schreibmaschine verpfändet und beinahe all seine Kleidungsstücke, und fast ständig, schreibt er in seiner Autobiographie, war er mit »jenen Tierchen behaftet, die die Franzosen ,Papillons d'amour' nennen«, weil er sich die Flasche »Cuprex«, damaliges Standardmittel gegen die Plage, nicht leisten konnte. 40 Jahre später blickte er, mit einem Theaterstück, auf diese Zeit zurück: In der Pension der halbverrückten Mrs. Wire leben, neben dem jungen Autor, der vergebens auf einen Schreibauftrag hofft, zwei alte Jungfern, ein tuberkulosekranker Maler und eine junge Modezeichnerin, einsame Menschen, die sich von ihren Illusionen nähren, typisches Williams-Personal. Die deutsche Erstaufführung von Tennessee Williams' Spätwerk »Vieux Carre« (Regie: Daniel Karasek) ist am 26. Mai in Darmstadt.

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