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AUSSTELLUNGEN Blumen im KZ

aus DER SPIEGEL 29/2001

Sie sei »stärker, als ich gedacht«, schrieb die Künstlerin Friedl Dicker-Brandeis, die 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert worden war, in einem letzten Brief. Selbst mit dem Tod vor Augen organisierte sie noch heimlich für die im KZ inhaftierten Kinder Malunterricht und versuchte, sie mit dem Zeichnen von Blumen abzulenken und vor der Wahrnehmung des Grauens zu schützen. Die 1898 in Wien geborene, dort in Johannes Ittens legendären Kursen ausgebildete Malerin, Textildesignerin und Bühnenbildnerin studierte Anfang der zwanziger Jahre am Bauhaus Weimar, wo sie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger kennen lernte und eine der führenden Figuren der romantisch-utopischen Bewegung wurde. Eine in dieser Woche beginnende Ausstellung im Berliner Bauhaus-Archiv (bis 15. Oktober) erinnert an den tragischen Lebensweg - Dicker-Brandeis wurde 1944 in Birkenau ermordet -, vor allem aber an die Bauhaus-Jahre der Künstlerin und ihre Partnerschaft mit dem Innenarchitekten Franz Singer.

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